Zwar ist der Einzelhandel nicht die beliebteste Branche, um sich als Mutter kleiner Kinder selbstständig zu machen. Aber im Onlinehandel sind die "Mompreneuere" Umsatzbringer, zeigt eine Studie.

Selbständige Mütter mit minderjährigen Kindern leisten einen oft unterschätzten Beitrag zur deutschen Wirtschaft: Dieses Jahr werden die sogenannten "Mompreneure - eine Wortschöpfung aus Mom, englisch für Mutter, und Entrepreneur - 42,4 Milliarden Euro Umsatz erzielen, zeigt eine von dem Marktplatzbetreiber Ebay beauftragte Untersuchung des Analyse-Dienstleisters Statista. Dabei reiche das Spektrum vom Micro-Business im eigenen Haushalt bis zum Geschäft mit einem Multi-Millionen-Umsatz. Vor allem im boomenden Onlinehandel wächst demnach der Anteil der Mompreneure und mit ihm auch das Umsatzvolumen: Laut Studie steigen allein diese Erlöse in diesem Jahr um 6,1 Prozent auf 505 Millionen Euro.

Mehr als jede dritte selbständige Frau hat demnach heute Kinder. Aktuell sind fast eine halbe Million Mütter (461.000) mit noch minderjährigen Kindern selbständig tätig. Rund die Hälfte von ihnen hat nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ein Kind, weitere 50 Prozent haben zwei oder mehr Kinder. "Mütter sind in der Arbeitswelt eine Ressource, die extrem unterschätzt wird", ist Esther Eisenhardt, Gründerin des Netzwerks 'MomPreneurs', überzeugt.

Die mit Abstand beliebteste Branche der selbstständigen Frauen ist den Statistikern zufolge das Gesundheits- und Sozialwesen. Die Zahl selbständiger Mütter verteilt sich wie folgt auf die Top-5-Branchen:

  1. Gesundheits- und Sozialwesen (99.000 Mompreneure)
  2. Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (69.000)
  3. Erbringung von sonstigen Dienstleistungen (58.000)
  4. Einzelhandel inklusive Onlinehandel (42.000)
  5. Erziehung und Unterricht (35.000)

Aktuell gibt es laut Statistischem Bundesamt rund 5.200 "Mompreneure" im Onlinehandel, ihr durchschnittlicher Pro-Kopf-Umsatz beträgt 97.141 Euro im Jahr. Bis 2020 wird demnach der Wert um fast ein Drittel (31,6 Prozent) auf 127.857 Euro zulegen. Seit 2010 wäre damit dann ein Wachstum der Pro-Kopf-Erlöse im E-Commerce von fast 200 Prozent zu beobachten