Wer frei verfügbare Shopsysteme nutzt, der muss als Händler keine teure Software kaufen. Gerade für Händler, die nicht zehntausende von Bestellungen am Tag abwickeln, sind solche Lösungen häufig erste Wahl. Die quelloffenen Systeme bieten viele Vorteile. Manche muss man den Angeboten aber auch aufwändig abringen.

Das aber kann dann kosten. Ein Blick auf Anbieter und günstige Alternativen.

Magento

Das quelloffenes Webshop-System Magento hat einen guten Ruf in der Branche. Doch vor einem Einsatz sollte man sich klar darüber sein, dass das System nach ausreichender Serverkraft verlangt, sonst gibt es Performance-Probleme. Mit einem günstigen Shared-Hosting-Paket kommt man da nicht weit. Dafür aber überzeugt Magento durche eine hohe Anpassungsfähigkeiten und extrem viele modulare Möglichkeiten.

Um die zu nutzen, braucht es dann aber Programmierkenntnisse oder besser noch die Hilfe einer kenntnisreichen Agentur oder eines qualifizierten Beraters. Mit deren Hilfe  lassen sich so ziemlich alle nützlichen und wünschenswerte Features implementieren.

Attraktiv machen Magento nämlich insbesondere die Zusatzmodule, die die Anbindung an Logistikanbieter oder Warenwirtschaftsysteme ermöglichen und auch sonst kaum Wünsche offen lassen. Auch große Namen wie ludwigbeck.de vertrauen auf diese Software. Von  Magento, eine eBay-Tochter, gibt es auch eine kostenpflichtige Enterprise Edition mit sinnvollen Sonderfunktionen wie Mehrmandatenfähigkeit. Der Preis liegt im vierstelligen Bereich.

Oxid

Oxid aus Deutschland ist ein ernsthafte Alternative zu Magento und gerade für den kleineren Online-Shop vielfach die passendere Wahl. Einst als kostenpflichtige Professional- und Enterprise-Edition gestartet, gibt es das Softwarepaket längst auch zusätzlich als kostenlose Lösung mit geringfügig abgespecktem Funktionsumfang. Zu den Features zählen unter anderem das Content Management System, Web 2.0 Pakete, Suchmaschinenoptimierung und mehrere Sprachversionen. Auch hier gibt es reichlich ergänzende Module. Aber ebenso wie bei Magento muss man sich schon ein wenig reinfuchsen können oder sollte einen Partner suchen, der die Umsetzung von Shop-Projekten auf Basis der OXID-eShop-Software betreut, damit die Anbindung von Marktplätzen, Payment-Diensten, die Einrichtung von Bonitätsprüfungen oder der Bau einer intelligenten Suche schneller von der Hand geht. Shops wie Ella&Paul arbeiten mit Oxid eSales zusammen.

Apropos Oxid: E-Commerce-Softwareanbieter Hybris, übernommen von SAP, löste bei Fressnapf kürzlich die bis bislang eingesetzte Lösung vonOxid ESales ab. Unter anderem, weil Fressnapf überzeugt war, dass sich die hybris Commerce Suite nahtlos mit dem existierenden SAP ERP System von Fressnapf verknüpfen lässt. Wer hohe Anforderungen an seine Software stellt, bis hin zu Automatisierungen und Lösungen rund um den Omnichannel ist hier in der Tat gut aufgehoben. Allerdings braucht es 1) einen kräftigen Servcer 2) einen sehr kräftigen Griff in die Kasse für Investitionen. Wer sich mit Hybris-Kunden wie Conrad, Douglas, Hornbach oder Toys"R"Us messen will, muss das aber ohnehin.

OS-Commerce

Das OpenSource Online Shopsystems OS-Commerce ist dank seiner freien Gestaltungsmöglichkeit  und zig Modulen der Fan-Gemeinde für manchen so etwas wie ein –allerdings häufig eingesetzter  - „Geheimtipp“. „Seit 2009 verwenden wir OS-Commerce und haben diese Entscheidung nie bereut, weil die Open Source Software sehr flexibel ist und jede individuelle Anpassung erlaubt. Auch die mobile Version des Shops basiert auf OSC. Um die Shopsoftware verwenden zu können, sollte man allerdings sicher mit HTML umgehen und zumindest php-Grundkenntnisse haben“, sagt beispielweise das Weingut Fuchs in einem Kommentar bei etailment.

XT:Commerce

Die einen lieben es, andere zucken mit den Augenbrauen. Fest steht aber: XT:Commerce, das in seinen Ursprüngen auf OS-Commerce basiert, zählt zu den verbreitesten Shop-Software-Lösungen in Deutschland. Anders als Magento ist es sehr genügsam auf dem Server und eignet sich somit auch für kleinere Händler. Die neue Version bietet auch Multi-Shop-Lösungen. Auch sonst ist die Software dank zahlreicher Add-ons in Sachen Technik und Design (bis hin zu mobilen Templates) recht beweglich und wird beispielsweise im wdrshop oder bei Teekanne eingesetzt. Der Einstieg ist mit 99 Euro für die Basis-Lösung recht günstig. Die hochgezüchtete Top-Version kostet etwas über 1000 Euro. Obendrein gibt es eine kostenlose Start-Version zum selber schrauben und eine gehostete Testversion, die 30 Tage kostenlos ist.

Shopware

Die Shopware AG ist ein deutscher Softwarehersteller für Online-Shopsysteme und bietet gleichfalls ein modulares Online-Shopsystem. Auch hier gibt es wieder eine Open-Source-Software wie auch kommerzielle Varianten, die unter anderem mehr Support und verbesserte Funktionen versprechen. Die günstigste kostenpflichtige Variante steht mit knapp unter 1000 Euro in der Preisliste. Dafür gibt’s dann aber direkt so allerhand.

Die als entwicklerfreundlich geltende Software bietet neben Standard-Features natürlich auch vorgefertigte Templates, integrierte Payment-Schnittstellen, Gutscheinfunktionen, SEO- Optimierung sowie jede Menge Optionen bei Marketing und Social Media. Shopware kann man zudem direkt mit der E-Commerce-Warenwirtschaft plentymarkets verschmelzen. Shop-Lösungen von Shopware nutzen unter anderem Anbieter getgoods oder auch TV-Koch Alfons Schubeck.

ePages

ePages ist ein in Deutschland weit verbreiteter Anbieter von Onlineshop-Software. Das liegt auch daran, dass zahlreiche Hosting-Dienstleister (bspw. Strato, Telekom) diese Software anbieten und Webshop-Pakete zu Schnupperpreisen, teilweise sogar im ersten Jahr zum Nulltarif, offerieren. Dank vorkonfigurierter Onlineshop-Lösungen kann man damit ohne Programmierkenntnisse und komplizierte Installationen schnell seinen Shop ins Netz wuppen, zumal Integrationen für die wichtigsten Onlineportale, Suchmaschinen, Marketingplattformen, Zahlungs- und ERP-Systeme angeboten werden. Strato und Co bieten zudem zu überschaubaren Preisen weitere Tools und Dienstleistungen, um den Shop dann zu pimpen.

JTL

JTL positioniert sich als Multichannel-Softwarelösung. Das kostenlose Warenwirtschaftssystem JTL-Wawi (Warenwirtschaftssystem) verfügt denn auch von Hause aus über Schnittstellen zu Onlineshops, Ebay und Amazon. Kombiniert werden sollte das dann mit der Shopsoftware JTL-Shop3, die ab knapp 400 Euro mit mehr als soliden Features und Chancen zur Erweiterung punkten kann. Allerdings sollte man dazu auch einen Linux Webserver einsetzen, wenn man auf einen umfassenden Support wert legt.

 

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