Altes Design, neue Sicherheit: Elf Jahre nach der Einführung der Euro-Banknoten sollen die Scheine noch sicherer werden. Das wird jedoch kaum einer merken.

In Zeiten der Schuldenkrise wird immer wieder am Fortbestand der gemeinsamen Währung gezweifelt - die Sicherheit der Euro-Münzen und -Noten ist jedoch über fast jeden Zweifel erhaben: "Rein rechnerisch kommt jeder Bürger in Deutschland nur einmal in 2.000 Jahren mit Falschgeld in Berührung", rechnet Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele vor.

Doch Europas Währungshüter wollen sich nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen: Seit Jahren arbeiten Experten in den Zentralbanken fieberhaft daran, die Geldnoten besser zu schützen und Fälscherbanden das Leben so schwer wie möglich zu machen.

Das Unterfangen erwies sich jedoch schnell als sehr kompliziert, am einst angestrebten Termin 2010 gab es schon Jahre im Voraus Zweifel. Zumal auch Kriminelle dazulernen und ihre Blüten mit immer ausgefeilterer Technik herstellen.

Neue Banknoten ab Mai 2013

Nun soll es endlich so weit sein: Diese Woche legte EZB-Präsident Mario Draghi einen Zeitplan zur Einführung neuer Banknoten, sie kommen ab Mai 2013 in den Umlauf. Die zweite Generation der Scheine soll sicherer werden, aber das Aussehen ihrer 2002 eingeführten Vorgänger weitgehend beibehalten.

Die Stückelung von 5- bis 500-Euro-Noten gilt auch weiterhin, Farben und Motive ändern sich nicht. Grafisch geliftet werden die Scheine elf Jahre nach Einführung des Euro-Bargeldes also nicht.

Die Scheine werden auch nicht auf einen Schlag ausgetauscht, der Prozess wird mehrere Jahre dauern. Zunächst sollen die verbesserten 5-Euro-Scheine kommen, danach gestaffelt nach Wert jedes Jahr eine weitere Note.

Verbraucher und Händler müssen ihre alten Scheine nicht zur Bank tragen: Die alten Noten bleiben gültig und werden nach und nach von den Notenbanken aus dem Verkehr gezogen.

Zusätzliche Sicherheitsmerkmale

Bisher sind Euro-Scheine mit Wasserzeichen, Hologrammen, Metallfäden, Spezialpapier und fluoreszierende Fasern ausgestattet. Die neuen Banknoten sollen mit mehreren zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet werden. Sie erhalten etwa im Wasserzeichen und im Hologramm ein Porträt von Europa – einer Gestalt aus der griechischen Mythologie und Namensgeberin des Kontinents.

"Die Basis für die Sicherheit von modernen Banknoten ist vor allem eine Kombination der Merkmale aus den Bereichen Papier, Folienelementen und der eingesetzten Drucktechnik", erklärt die Münchner Druckerei Giesecke & Devrient. Dabei gelte: "Der Euro zählt zu den sichersten Währungen weltweit."

Trotzdem bleibt der Euro nach Einschätzung des Bundeskriminalamts (BKA) für Fälscher attraktiv: Er gelte trotz der Schuldenkrise als vergleichsweise stabile Währung und sei weit verbreitet.

Harald Schmidt, Jörn Bender (dpa)
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