Die österreichische Immobilienfirma Signa hat jetzt angekündigt, sich nicht auf einen Preiskampf einlassen zu wollen. Derweil demonstriert Metro-Chef Cordes Gelassenheit. Man habe keine Eile beim Verkauf der Warenhaustochter.

Die österreichische Immobilienfirma Signa will keinen Preiskampf um die Metro-Tochter Kaufhof. "Wir sind nicht bereit, uns auf ein Wettbieten einzulassen", wird Signa-Chef René Benko am Donnerstag in der "Süddeutschen Zeitung" zitiert. "Sonst würden wir uns eher zurückziehen." 

An einer Übernahme von Galeria Kaufhof ist neben Signa auch Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen interessiert. Aus Unternehmenskreisen heißt es, dass Metro derzeit den Verkauf an Signa bevorzuge.

"Kein Zeitdruck"

"Signa bietet einen attraktiven Preis, das ist am Ende des Tages auch für Metro attraktiv", sagte Benko der Zeitung. Auch aus seiner Sicht ist die Immobilienfirma "ein sehr bevorzugter Investor". Benko ist auch Hauptgesellschafter der Signa-Gruppe, hinter der der griechische Reeder und Milliardär George Economou steht. "Unser Ziel ist es, in diesem Jahr zu unterschreiben."

Metro-Chef Eckhard Cordes hat es mit dem Verkauf der Warenhauskette derweil nicht eilig. Es gebe keinen Zeitdruck, das Geschäft abzugeben, sagte der scheidende Vorstandsvorsitzende am Donnerstag bei der Vorlage der Quartalszahlen in Düsseldorf. 

Es werde derzeit mit Interessenten geredet, zunächst müsse aber ein angemessener Preis geboten werden. Darüber hinaus müsse ein Käufer in der Lage sein, das Warenhausgeschäft verantwortlich fortzuführen, betonte Cordes.

Gewerkschaft kritisiert Berggruen-Pläne

Nicolas Berggruen plant, die rund 120 Karstadt- und mehr als 130 Kaufhofhäuser zu einer Deutschen Warenhaus AG zusammenzuführen. Die Gewerkschaft Verdi äußerte sich  bereits kritisch zu solchen Plänen. Sie sieht dadurch Tausende von Arbeitsplätzen bedroht.

Signas Zugang sei zwar "primär der eines großen Immobilien-Investors", wie Benko sagte. "Aber in diesem Fall reizt es uns, in das gute operative Geschäft zu investieren."