Die Veränderungen bei der insolventen Modekette SinnLeffers sind jetzt sichtbar: Vier Geschäfte wurden geschlossen. Bis Freitag werden weitere siebzehn folgen.

SinnLeffers hat heute mit der Filiale in Mülheim an der Ruhr den ersten Standort in NRW geschlossen. Zugleich hätten die Geschäfte in Leipzig, Pforzheim und Potsdam den Betrieb eingestellt, wie Unternehmenssprecher Jörg Nolte am Dienstag in Hagen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte.

17 weitere Filialen unter anderem in Gelsenkirchen, Wuppertal und Recklinghausen würden bis Freitag geschlossen. Der Standort in Duisburg wird derzeit in einen Outlet-Store umgewandelt, bereits am 30. Januar war in Chemnitz-Röhrsdorf Kassenschluss. Zum Monatsende gibt es in den meisten Filialen der Textilkette betriebsbedingte Kündigungen. Insgesamt 900 von 2.360 Vollzeitstellen fallen mit den Schließungen weg. Das bedeutet den Jobverlust für 1.350 der bundesweit 3.700 Mitarbeiter.

Zurück in die Profitabilitäts-Zone

Mit den übrig bleibenden 24 größeren und leistungsstärkeren Standorten hat SinnLeffers laut Nolte nun die Hoffnung zu überleben. Für das Geschäftsjahr 2008/2009 werde von den 24 Filialen ein Umsatz von 310 Millionen Euro erwartet. "Mit einem solchen Umsatz würden wir wieder zurück in die Profitablitätszone geführt", sagte Nolte.

Hauptgrund für die Insolvenz des Unternehmens sind laut Nolte zu hohe Mieten. Glück im Unglück hatten zwei Filialen in NRW: Durch Nachverhandlungen mit den Vermietern und das Entgegenkommen der Belegschaft bei Arbeitszeitmodellen und Personalabbau seien die Filialen in Krefeld und Münster in letzter Minute gerettet worden.

"Wir sind sehr optimistisch

Über den ausgearbeiteten Insolvenzplan müssen am 9. März noch die Gläubiger abstimmen. Das Ergebnis sei völlig offen. Trotzdem glaub Nolte: "Wir sind da sehr optimistisch und zuversichtlich." Segnen die Gläubiger den Plan ab, könnte SinnLeffers schon im April aus der Insolvenz entlassen werden.

SinnLeffers war 2005 von der Deutschen Industrie-Holding (DIH) in Frankfurt sowie HMD Partners (USA) übernommen worden. Im Mai 2008 hatte die DIH ihren Anteil auf 100 Prozent aufgestockt.