Investoren beurteilen die Chance für einen baldigen Aufschwung der Wirtschaft zurückhaltender als Unternehmer: Während die Mehrheit der Geldgeber den Beginn des Aufschwungs erst für das Jahr 2003 erwartet, sind die Unternehmer optimistischer.

Investoren beurteilen die Chance für einen baldigen Aufschwung der Wirtschaft zurückhaltender als Unternehmer: Während die Mehrheit der Geldgeber den Beginn des Aufschwungs erst für das Jahr 2003 erwartet, sind die Unternehmer optimistischer: 48% erwarten, dass die Wirtschaftslage sich schon in 6 bis zwölf Monaten bessert. Dies sind die Ergebnisse einer Umfrage des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Ernst & Young unter 450 europäischen High-Tech-Unternehmern, Venture Capitalisten, Investment-Bankern und Investoren zur Zukunft der High-Tech-Industrie.

Beide Gruppen, Investoren und Unternehmer, sind sich jedoch einig, dass der Aufschwung nicht später als Mitte 2003 einsetzen wird. Allerdings wird eine Besserung der Wirtschaftslage noch in den kommenden sechs Monaten nahezu ausgeschlossen - nur 6% hegen diese Erwartung.

"Die Ergebnisse zeigen, dass die Stimmung bei den Unternehmen ein wenig besser ist als bei den Geldgebern", kommentiert Gerhard Müller, verantwortlicher Partner bei Ernst & Young für den Bereich Technology, Communication and Entertainment Industry, die Umfrageergebnisse. Nicht ohne Grund: Gerade die Venture Capitalisten hätten in den vergangenen Monaten bittere Erfahrungen machen müssen und seien überaus skeptisch geworden.

Mit Blick auf die unmittelbare Zukunft des eigenen Unternehmens herrscht eine abwartende, aber insgesamt hoffnungsvolle Haltung vor: Bei Prognosen zur näheren Zukunft ihrer Unternehmen äußern sich 70% der Befragten vorsichtig positiv bis sehr optimistisch. 30% erwarten von den kommenden Monaten eher schlechte Nachrichten. Langfristig gehen die High-Tech Unternehmer von einer insgesamt positiven Entwicklung aus. Hier reduziert sich der Anteil der Skeptiker auf 17%. "Offensichtlich sehen die Unternehmer die kommenden Monate als Durststrecke an, die es durchzustehen gilt", merkt Gerhard Müller dazu an.

Im Umgang mit der Flaute ist Konzentration auf das Kerngeschäft das Gebot der Stunde: Rund 80% der Befragten hoffen, so der Krise trotzen zu können. Eine Änderung oder Anpassung der Geschäfts-Strategie kommt nur für knapp 15% in Betracht. Dabei ist und bleibt die Gewinnung neuer Kunden das wichtigste Ziel. (ST)


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