Wieder einmal wurden im 1. Halbjahr so viele Mobiltelefone wie nie zuvor verkauft. Und wieder einmal liegt das an den internetfähigen Smartphones.

Die Nachfrage nach Mobiltelefonen verzeichnet mal wieder ein neues Rekordhoch: Weltweit wurden noch nie so viele Handys verkauft wie im ersten Halbjahr 2013, meldet das Marktforschungsinstitut GfK anlässlich der am heutigen Mittwoch endenden Internationalen Funkausstellung (IFA) 2013 in Berlin.

Demnach stieg die globale Nachfrage (außer Nordamerika) nach Smartphones von Januar bis Juni 2013 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 66 Prozent. Gleichzeitig schrumpfte - wenig überraschend - der Markt für klassische Mobiltelefone um 25 Prozent. Insgesamt führten beide Trends aber zu einer Zunahme des Gesamtverkaufsvolumens um 10 Prozent. Inzwischen sind 6 von 10 verkauften mobilen Endgeräte Smartphones. Im Vorjahr waren sie mit 41 Prozent Anteil noch in der Minderheit gegenüber traditionellen Handys, so die GfK.

Auch Chinesen lieben smarte Handys

Der chinesische Markt wuchs um 37 Prozent am rasantesten. Auch der Anteil von Smartphones an allen mobilen Endgeräten im Land ist mit 85 Prozent im globalen Vergleich in China am höchsten. Westeuropa rangiert hier mit 71 Prozent an zweiter Stelle, während in Afrika, Indien und Lateinamerika noch immer mehr klassische Handys verkauft werden.

Obwohl den Marktforschern zufolge die Smartphone-Marktdurchdringung in Westeuropa schon relativ weit fortgeschritten ist, zeigt sich noch kein deutlicher Preisverfall: Das durchschnittliche Preisniveau auf Basis nicht subventionierter Verkaufspreise blieb im ersten Halbjahr 2013 für diese Gerätekategorie bei etwa 350 Euro weitgehend stabil. Während günstigere Smartphones in traditionelles Handyterrain vordringen, verteidigten gut ausgestattete Alleskönner jenseits der 500 Euro mit 30 Prozent Marktanteil ihre große Bedeutung.

Schneller, größer und schlanker

Die Trends hinsichtlich Design und Performance von Smartphones sind der GfK zufolge eindeutig: Die Displays werden größer, die Gehäuse schlanker und die Prozessorleistung nimmt deutlich zu. In Westeuropa wuchs der Anteil von Geräten mit einem Display von mindestens 4,5 Inch deutlich. Im Sommer 2013 hatte bereits jedes vierte Smartphone ein in dieser Größe dimensioniertes Display, während im Sommer 2012 nur eines von zehn Geräten mit einem solchen Bildschirm ausgestattet war.

Zwei von drei Smartphones warten inzwischen mit schlankem Design auf.
Die zunehmende Größe der Geräte wird dadurch ausgeglichen, dass sie mit einer Dicke von weniger als 10 Millimeter in der Jackett-, oder Hosentasche kaum mehr auftragen. Für das zweite Halbjahr 2013 und für 2014 prognostizieren die Marktforscher den so genannten Phablet-Trend, nochmals größere Smartphones mit einer Bildschirmdiagonale bis zu 7 Inch.

Auch hinsichtlich technischer Daten wie Arbeitsspeicher, Prozessorgeschwindigkeit und der Fähigkeit, zur Datenübertragung NFC (Near Field Communication) oder dem neuen Hochgeschwindigkeitsstandard LTE (Long Term Evolution) haben die Smartphones demnach 2013 noch einmal zugelegt. So war in Westeuropa im zweiten Quartal 2013 bereits fast jedes vierte verkaufte Smartphones LTE-fähig. Im Vorjahr lag der Anteil noch nahezu bei Null.

Große Vielfalt

In Bezug auf die Betriebssysteme zeichnen sich den Marktforschern zufolge unterschiedliche Trends ab. Auf der einen Seite hat das dominierende offene Betriebssystem Android seine Führungsposition deutlich ausgebaut. Drei von vier Smartphones, die in Westeuropa verkauft werden, laufen heute über diese Plattform. Auf der anderen Seite versuchen etablierte Systeme mit Relaunches wie auch neue Anbieter, Android Paroli zu bieten. Das dürfte sich im zweiten Halbjahr 2013 bemerkbar machen, prognostizieren die GfK-Forscher, sowohl im Einstiegsbereich als auch in den gehobenen Preissegmenten.

Die GfK geht für Westeuropa für das Gesamtjahr 2013 von einem Anstieg des Volumens um 16 Prozent auf 115 Millionen verkaufte Geräte aus und prognostiziert weltweit ein Volumen von etwa 950 Millionen Verkäufen.

Knapp jeder 2. Deutsche hat ein Smartphone

Dass der Smartphone-Boom in Deutschland ebenfalls weitergeht, meldet unterdessen auch der IT-Branchenverband Bitkom: 2013 werden demnach in Deutschland rund 26 Millionen Geräte verkauft. Das entspricht einer Steigerung um 4 Millionen Geräten oder knapp 23 Prozent im Vergleich zu 2012. Den Umsatz mit den internetfähigen Mobiltelefonen schätzt der Verband in diesem Jahr auf rund 8,4 Milliarden Euro.

Nach dem bisherigen Spitzenwert von 2012 mit 7,5 Milliarden Euro wäre das eine weitere Steigerung um gut 12 Prozent. Seit 2010 sind Umsatz und Absatz von Smartphones demnach durchschnittlich um rund 37 Prozent pro Jahr gestiegen. Mittlerweile besitzen 40 Prozent der Bundesbürger, die älter als 14 Jahre sind, ein Smartphone. Bei den 14 bis 29-Jährigen sind es sogar 60 Prozent.