Internetfähige mobile Endgeräte treiben die Weihnachtsumsätze der Elektronikbranche auch in diesem Jahr an. Doch auch der Verkauf von modernen TV-Geräten läuft prächtig.

Für den deutschen Markt rechnet der Verband gfu im Schlussquartal 2012 mit einem Umsatzplus von 7 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro, wie Verbandschef Hans-Joachim Kamp der Nachrichtenagentur dpa sagte.

Besonders starke Zuwächse wird es demnach bei den Tablet-PCs geben - mit einer Jahressteigerung um 145 Prozent - und den Smartphones, von denen mit 19 Millionen Stück rund 30 Prozent mehr verkauft würden als 2011.

Der weiter gefasste Gesamtmarkt für technische Gebrauchsgüter in Westeuropa ist im dritten Quartal 2012 trotz vielfältiger Krisenmerkmale noch um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen, wie die GfK-Konsumforscher berichteten. Vor allem die Konsumimpulse vom deutschen Markt glichen die sinkende Nachfrage etwa nach Elektro-Großgeräten in Südeuropa aus.

Wachstumssegment ist das Geschäft mit Smartphones, das im Quartalsvergleich um 16,5 Prozent zulegte, während die klassische Unterhaltungselektronik schwächelte.

Weniger Kameras, mehr TV-Geräte

Zu den in Deutschland weniger gefragten Artikeln gehören laut gfu Notebooks und reine Telefon-Handys. Auch die Zahl der verkauften Kameras mit festen Objektiven werde um etwa 8 Prozent auf 6,6 Millionen Stück zurückgehen, erwartet der Verband.

"Hier ist aber ganz klar ein Trend zu den wesentlich teureren Geräten mit Wechselobjektiven zu erkennen", sagte Kamp. Sie seien im Schnitt etwa viermal so teuer wie die kleineren Festgeräte. In der Folge steige der Gesamtumsatz mit Kameras.

Sehr positiv sei auch der Absatz von neuen TV-Geräten, von denen mehr als die Hälfte internetfähig sei und zudem eine Bilddiagonale von mehr als 37 Zoll aufweise.

Erstmals in der deutschen Geschichte würden in diesem Jahr mehr als zehn Millionen Fernseher verkauft. Ein gutes Drittel kann auch drei-dimensionale Bilder zeigen, nahezu alle hochauflösende Signale verarbeiten.

Krisenfestes Geschäft

Insgesamt sieht sich die Branche in Deutschland auch für härtere Zeiten gerüstet. Im Jahr 2013 werde ohne herausragende Sportereignisse nur ein Wachstum zwischen 1 und 2 Prozent erwartet, sagte Kamp. Für dieses Jahr lautet die Erwartung 29,4 Milliarden Euro, ein Plus von 6 Prozent gegenüber 2011.

Selbst bei einer wirtschaftlichen Krise müsse das Geschäft nicht zwangsläufig zurückgehen, sagte Kamp. „Die Leute vertrauen dem Finanzsystem nicht mehr. Die wollen sich lieber was Schönes für zu Hause anschaffen, statt zu sparen."

Christian Ebner, dpa