60 Prozent der Empfänger einer Beacon-Nachricht öffnen diese direkt am Point of Sale. Die Konversionsrate liegt bei 70 Prozent. Mit diesen aktuellen Zahlen zu seinem Pilotprojekt in Düsseldorf scheint Gettings unserer Warnung vor einer verfrühten Euphorie rund um die digitalen Leuchtfeuer zu widersprechen. Doch es gehört auch einiges an kreativer Wucht dazu, um das Werbegeklingel auf dem Handy gewinnbringend zu nutzen. Gettings ist ein Beispiel dafür. Wir sagen, warum das so ist und welche Ideen die Nutzung auch noch steigern könnten.

Der Erfolg von Gettings in Düsseldorf ist zunächst einmal das Ergebnis des geschnitten Brot des Marketings. Über Bluetooth Low Energy erhalten Interessenten kontaktlos Push-Nachrichten vom jeweiligen Händler auf ihr Smartphone. So werden sie entweder über aktuelle Angebote informiert. Hilfreich für das Interesse dabei: 72 Einzelgeschäfte, darunter renommierte Mode- und Bekleidungsketten wie Desigual, Tamaris, Promod und Görtz, nehmen an dem Feldversuch teil, der noch bis in das vierte Quartal dieses Jahres läuft. Prominente Marken plus Angebote -  das weckt das Grundinteresse bei Schnäppchenjägern und Early Adopter.
Deren Neugier, den neuen Service einmal auszuprobieren, erklärt zum Teil die hohe Nutzungsintensität.

Hinzu kommt, dass der Location Based Service-Anbieter mit spielerischen Ideen Lust auf den Einsatz machte. So gab es in Düsseldorf eine Art digitale Schnitzeljagd. Kunden mussten in den Düsseldorfer Geschäften Aufgaben erfüllen und konnte so mit etwas Glück bis zu 1.000 Euro gewinnen. Je mehr Aufgaben gelöst wurden, desto höher waren die Gewinnchancen.

Eine andere Idee präsentiert Ideas Made Digital für den Bierbrauer SABMiller in Kooperation mit Tesco. Bundling statt simpler Rabatte. Wer die Tesco Pizza für lau haben will, der muss sich das Bier dazu kaufen, erfährt der Kunde gleich am Eingang.





Ein besonders gelungenes Beispiel für die Aktivierung der Kunden holte sich schon 2012 in Cannes einen Werbepreis ab. Das Konzept: Ein Mode-Store (Agentur: Saatchi) informiert seine Kunden in der Umgebung, dass es gerade einen 99prozentigen Discount gibt. Aber der Kunde muss sich beeilen. Je mehr Zeit nach dem Empfang der Nachricht verstreicht, desto geringer wird der Preisnachlass. Gamification, die den Kunden atemlos macht. (via)

HIJACK - MEAT PACK GUATEMALA - from GranjaCreativa on Vimeo.

Falls der Kunde es nicht ganz so eilig hat, kann er auch mit den Schaufensterpuppen im Laden "sprechen", um zu erfahren, was sie tragen und in welchem Regal das liegt.  Zu sehen unter anderem bei Hawes & Curtis, House of Fraser und Bentalls in London (Agentur: Iconeme).




Und wenn Sie es ganz innovativ mögen, dann verbinden Sie Beacon gleich mit einem Body-Scan im Laden, interaktiven Displays und schleusen den Kunden damit erst einmal durch eine inspirierende "digitale Umkleidekabine", bevor Sie ihn durch den Laden navigieren.


Inspiration Corridor by DigitasLBi Paris & Klepierre
from DigitasLBi Paris on Vimeo.

Das finden Sie ein wenig spooky? Na dann warten Sie mal den nächsten Sommerurlaub ab. Ein ganz, ganz anderes Einsatzszenario zeigt nämlich Nivea auf. In Brasilien gab es in einer Magazin-Anzeige ein funkfähiges Armband zum Ausschneiden. Das legte man dem Kind ums Handgelenk und konnte dann via App immer den Aufenthaltsort des Kindes am Strand ermitteln, bzw. einen Bereich festlegen, in dem sich das Kind aufhalten kann, ohne dass das Smartphone Alarm schlägt.