Die Zahl der Geschäftsreisen steigt - trotz hoher Benzinpreise. Wir zeigen, wie zwei sehr unterschiedliche Händler ihre Dienstreisen planen.

Unterschiedlicher können Reisegewohnheiten eigentlich nicht sein. Hier Roger Ulke, Vorstandssprecher von Konsum Dresden, der Mann für den Regionalverkehr. Dort der Fernreisende Otto E. Umbach, Geschäftsführer der Verbundgruppe idee+ spiel.

Wenn Ulke dienstlich unterwegs sein muss, dann ist das ein unspektakuläres Unterfangen. „Ich vertraue keiner Bahn und bin auch aus Umweltgründen gegen das Flugzeug", sagt der Lebensmittelhändler im Gespräch mit Der Handel. Also setzt er sich einfach ins Auto und fährt los.

Meistens ist Ulke ohnehin nur in Deutschland unterwegs, viel in seiner sächsischen Region, zuweilen aber auch in den Niederlanden. Und wenn es geht, erledigt er seine Termine an einem Tag - sodass er abends wieder daheim in Dresden sein kann.

So kommt der Lebensmittelhändler nur auf rund 20 dienstliche Übernachtungen im Jahr. Die Hotelzimmer lässt Ulke von seiner Sekretärin buchen, verlangt wird Komfort, „aber ich brauche keinen Luxus".

Zweckmäßig unterwegs

Roger Ulke, Vorstandssprecher von Konsum Dresden.
Roger Ulke, Vorstandssprecher von Konsum Dresden.
Für den Konsum-Chef sind Dienstreisen keine Renommierveranstaltungen, sondern Zwecktermine. Dafür wird kein Geld zum Fenster hinausgeworfen. Statt hochpreisiger Business-Atmosphäre schätzt Ulke in seinen Quartieren die Ruhe am Stadtrand mit ein bisschen Grün in der Nachbarschaft.

Hotels mit Pfiff stehen bei ihm hoch im Kurs - wie das Intercontinental in Berlin, wo es drehbare Wände gibt und man von der Badewanne aus Fernsehen kann. Ansonsten vertraut der oberste Konsumer dem berechenbaren Komfort der Ketten Mercure und Dorint.

Genaue Planung als Voraussetzung

Bei Otto E. Umbach verläuft eine Reiseroute mitunter so: Mit dem Shuttle von Hildesheim nach Hannover, dann mit dem Flugzeug nach Frankfurt, dort umsteigen in den Flieger nach Bangkok, dann weiter mit der Bahn nach Kanton in China, oder mit dem Tragflächenboot nach Macao.

Otto E. Umbach, Geschäftsführer, idee+ spiel
Otto E. Umbach, Geschäftsführer, idee+ spiel
So routiniert Umbach mit Asienreisen auch ist - so gut geplant müssen sie jedes Mal sein. „Wir reisen immer im Team, also stimmen wir uns auch entsprechend ab", sagt er zu Der Handel. Gemeinsam werden die Flüge ausgesucht, gemeinsam legen sich alle Mitarbeiter auf ein Hotel fest. Gebucht wird dann von der Sekretärin - eine eigene Reisestelle hat auch idee+ spiel nicht.

Asienkoller durch Zeitverschiebung

Seit 30 Jahren fliegt Umbach regelmäßig nach Asien, um Spielzeug einzukaufen, in der Regel fünf Mal im Jahr. Er ist daher erfahren mit Land und Leuten und mit den örtlichen Reisemitteln. Die thailändische Fluglinie Thai Airways ist längst die bevorzugte Airline von idee+spiel. Denn hier haben die Flugzeuge auch in der Economy Class viel Beinfreiheit.

Die Auswahl der Hotels vor Ort wird von einem Hauptkriterium bestimmt: kurze Wege zu den Geschäftsterminen. Denn die etwa zehntägigen Asientermine bedeuten Stress wegen Klimaveränderung sowie Zeit- und Rhythmusverschiebung. Neulinge bekommen schon mal nach wenigen Tagen „einen Asienkoller", hat Umbach festgestellt.

Doch der Spielzeughandel findet ja auch in Deutschland statt. Und hier ist der idee+spiel-Chef meist mit dem Auto unterwegs, oft mit dem Flugzeug - aber so gut wie nie mit dem Zug.