Für ein paar Tage schien es, als ob Triton sich aus dem Bieterrennen um Karstadt verabschieden würde. Doch der Finanzinvestor hat sein Angebot erneuert. derhandel.de zeigt die Details.

Derzeit befindet der Gläubigerausschus von Karstadt über die drei Kaufangebote von Triton, Highstreet und Berggruen für das insolvente Warenhaus. Während der Sitzung präzisierte Triton sein Konzept zur Rettung des Unternehmens.

Der skandinavisch-deutsche Finanzinvestor hatte als erster Bieter vor fünf Wochen eine Offerte vorgelegt. "Wir sind überzeugt, dass Karstadt als eigenständiges Unternehmen weiter existieren kann", sagte Hans Maret, Partner bei Triton.

Voraussetzung sei, das Arbeitnehmer und Vermieter das Konzept mittragen, sagte Maret der Deutschen Presse-Agentur. "Es wird noch schwierige Verhandlungen geben."

Das Triton-Angebot im Detail

Eckpunkte des Triton-Konzepts sind unter anderem die Forderung nach marktgerechten Mieten für die einzelnen Kaufhäuser, Investitionen in die Kernkompetenzen und ein Stärkung der unternehmerischen Kultur durch die Einführung einer teilweise erfolgsbasierten Vergütung der Mitarbeiter. In Detail heißt es im Angebotspapier:

●   Erhaltung von Karstadt als Ganzes
●   Stärkung des Eigenkapitals des Unternehmens durch einen Zuschuss von 100 Millionen Euro per Kaufvertrag
●   Investitionsprogramm von über 400 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren in Häuser und Kernkompetenzen
●   Zügige Sanierung der heute verlustbringenden Sortimente
●   Fokus auf marktgerechte Mieten
●   Einführung einer teilweise erfolgsbasierten Vergütung der Mitarbeiter
                                 

Marktgerechte Mieten gefordert

Bei der erfolgsbasierten Vergütung sieht das Konzept eine Umwandlung von Lohnbestandteilen in ein erfolgsorientiertes Anreizsystem vor, das bei entsprechender Leistung auch über Tarifniveau liegen kann. "Was zählt ist, dass sich Karstadt auch in dieser Frage an der Praxis erfolgreicher Wettbewerber orientiert", betonte Maret.

Die Sanierung der heute verlustbringenden Sortimente sehe laut Triton-Mitteilung eine Einzelprüfung mit daran anschließend vier Handlungsoptionen vor:

● Operative Verbesserung durch entsprechende unternehmerische Führung
● Sukzessive Verkleinerung der verlustbringenden Sortiments im Gegenzug zur Vergrößerung der gewinnbringenden Sortimente
● Suche nach starken externen Partnern zur Weiterführung entsprechender Sortimente im Rahmen von Kooperationsvereinbarungen
● Aufgabe betroffener Sortimente.

Zum Abschluss entsprechender Kooperationsvereinbarungen mit externen Partnern werde die Überführung von einzelnen Warenhausbereichen als jeweils unabhängige Geschäftseinheiten und in eigenen Gesellschaften unter einer zu gründenden Karstadt Holding Voraussetzung sein. 

Wertsteigerungsstrategie angekündigt

"Als potentieller Eigentümer mit der unternehmerischen Verantwortung für Kunden, Mitarbeiter und Zulieferer des Unternehmens sowie den uns von unseren Investoren anvertrauten Mitteln wollen wir bei Karstadt von Anfang an eine verlässliche und klar definierte Wertsteigerungsstrategie verfolgen", sagte Triton-Partner Maret.

Triton wurde 1998 gegründet und ist eine deutsch-skandinavische Beteiligungsgesellschaft mit Niederlassungen in Frankfurt am Main, Stockholm und London.

‪Der Schwerpunkt der Beteiligungen liegt auf Unternehmen im Industriegüter-, Dienstleistungs- und Konsumgüterbereich. Seit Gründung hat sich Triton nach eigenen Angaben an 27 Unternehmen beteiligt und für diese weitere Unternehmenszukäufe getätigt. Etwas über die Hälfte des bisher veranlagten Kapitals der Triton Fonds von rund 2 Milliarden Euro seien bisher in Deutschland investiert worden.

In den Gesprächen Verdi habe Triton bisher noch keine Warenhauskompetenz vermitteln können, klagt die Gewerkschaft. Zudem beklagt Verdi, dass Triton über den Sanierungstarifvertrag hinausgehende Zugeständisse der Mitarbeiter fordert.

Die Verhandlungen zwischen dem Investor und der Gewerkschaft sind einstweilen eingestellt worden. Triton hatte darauf hin mitgeteilt, über die Kaufofferte nachzudenken.

Eine Chronik der Karstadt-Krise finden Sie hier.