An Facebook kommen Werbetreibende schon allein wegen der riesigen Nutzerzahlen nicht vorbei. Wir stellen Werbemöglichkeiten und Optimierungspotenziale vor.

Das Anlegen eines Werbekontos und erster Anzeigen auf Facebook ist mit dem Anzeigenmanager nicht sonderlich schwierig. Sie wählen den gewünschten Anzeigentyp, definieren die Zielgruppe und müssen dann noch eine Landingpage definieren, oder aber Ihre Facebook-Seite in Form bringen. Danach sollten Sie allerdings nicht einfach abwarten, denn wie jeder Werbetreibende weiß, geht es jetzt erst richtig los. Denn Sie müssen messen und kontrollieren, ob die Werbung auch die gewünschte Wirkung erzielt. Und im Zweifel immer wieder kleinere Veränderungen durchführen.

Für lokale Händler - lokale Werbung schalten

Anhand der schieren Nutzerzahlen sollten stationäre Händler sich nicht nur auf ein gutes Listing bei Google verlassen. Auch Anzeigen auf Facebook können ein probates Mittel sein, um Kundschaft in den Laden zu bekommen. Befindet sich ein potenzieller Kunde in der Nähe des POS, erscheint die Anzeige in seinem Newsfeed. Was Sie dafür benötigen, ist eine eigene Facebook-Seite, die Sie natürlich vorab so gestalten sollten, dass die Vorteile Ihres Angebots und Ihrer Produkte im besten Licht erscheinen. Die richtige Werbeform für diese Art der Anzeige ist im Werbeanzeigenmanager "Erreiche Menschen in der Nähe deines Unternehmens". Damit eine solche Anzeige auch erfolgreich ist, sollten Sie zwei Dinge beachten:

  • Definieren Sie den Umkreis rund um den POS. Auf der Landkarte im Anzeigenmanager legen Sie fest, wie groß der Radius um die hinterlegte Adresse sein darf, damit die Mitglieder auch die Anzeige sehen. Diesen Radius definiert Facebook erst einmal recht großzügig. Aber ist Ihr Angebot auch tatsächlich so gut, dass Menschen 5 oder mehr Kilometer zurücklegen werden, um Ihr Geschäft zu besuchen? Fangen Sie erst einmal mit einem kleineren Umkreis an und finden Sie heraus, welche Auswirkungen die Anzeige auf Ihren Geschäftsgang oder Kundenzahlen hat.
  • Beachten Sie beim Anlegen des Radius, dass Sie auch bestimmte Regionen oder Orte aus dem Radius wieder entfernen können. Sie haben einen starken Mitbewerber direkt im Nachbarort? Klar, könnten Sie jetzt versuchen, Kunden auf Ihre Seite zu ziehen. Sinnvoller im ersten Schritt ist es aber wohl, sich auf die eigene Stärke zu besinnen und gezielt potenzielle Kunden am eigenen Ort anzusprechen. Wählen Sie im entsprechenden Feld bei der verkleinerten Kartendarstellung einfach "Ausschließen" und nehmen Sie von den Anzeigen die Personen aus dem Nachbarort einfach aus.
  • Überlegen Sie sich genau, welche Aktion der Nutzer beim Klick auf die Anzeige ausführen soll. Werben Sie etwa mit einem besonderen Gutschein, dann leiten Sie ihn beispielsweise auf eine Internetseite, damit er den Gutschein dort herunterladen oder vorzeigen kann. In diesem Fall nutzen Sie das Ziel "Mehr dazu". Es soll eine Terminvereinbarung stattfinden? Dann ist "Jetzt anrufen" das richtige Ziel. Oder der Kunde soll in das Geschäft kommen? Probieren Sie "Route planen" aus.

Zielgruppe anpassen

Es klicken zu wenig Menschen auf Ihren Anzeigen? Dafür gibt es zwei wahrscheinliche Ursachen. Einerseits, auch wenn es schwerfällt, das selbst einzusehen, könnte es daran liegen, dass die Werbung oder die Facebook-Seite einfach zu unattraktiv sind. Doch genauso wahrscheinlich ist es, dass die Zielgruppe vielleicht zu eng gefasst ist. Schnell wird übersehen, dass Sie eine Zielgruppe nicht nur aus den von Facebook angezeigten Parametern definieren können, sondern auch so genannte "Custom Audiences", also angepasste Zielgruppen, einrichten dürfen.

Eine solche angepasste Zielgruppe kann einerseits von Facebook anhand von Messgrößen erzeugt werden. Fassen Sie beispielsweise alle Mitglieder zusammen, die bereits einmal Ihre Website oder den Shop besucht haben. Oder alle Personen, die bereits einmal mit Ihrer Facebook-Seite interagiert haben. Am elegantesten ist natürlich, wenn Sie Ihre Kundendatei mit den Daten auf Facebook abgleichen. Dazu legen Sie eine neue Custom Audience an und wählen anschließend "Kundendatei" aus.

Beim Anlegen einer benutzerdefinierten Zielgruppe haben Sie verschiedene Optionen
Beim Anlegen einer benutzerdefinierten Zielgruppe haben Sie verschiedene Optionen
Die Daten müssen als reiner Text oder als CSV-Datei vorliegen und können direkt auf Facebook hochgeladen werden. Danach müssen Sie noch die von Facebook erwarteten Felder mit denen in der Datei abgleichen.
Laden Sie Kundendaten hoch, muss die Verknüpfung mit den Datenbankfeldern und Facebook hergestellt werden
Laden Sie Kundendaten hoch, muss die Verknüpfung mit den Datenbankfeldern und Facebook hergestellt werden

Achtung: Beim Festlegen von demografischen und anderen Merkmalen geht Facebook davon aus, dass mindestens eine der Eigenschaften auf die gewünschte Zielgruppe zutrifft. Von den Grundeinstellungen bedeutet "Abiturient" und "Hausbesitzer" eben gerade nicht, dass es sich um Hausbesitzer mit Abitur handelt. Auch wenn unter der Zielgruppe einige Personen sein werden, auf die das zutrifft. Benötigen Sie eine solche Kombination, müssen Sie im Dialog der Zielgruppen auf "Zielgruppe eingrenzen" klicken. Erst damit erzeugen Sie Kombinationen von mehreren Eigenschaften.

Erst durch das Eingrenzen einer Zielgruppe können Sie Merkmale verbinden
Erst durch das Eingrenzen einer Zielgruppe können Sie Merkmale verbinden

Anzeigen und Kampagnen besser strukturieren

Nach dem Motto, "viel muss viel helfen" sind die meisten Einsteiger bereit, möglichst große Zielgruppen auf möglichst vielen Kanälen anzusprechen. Damit schaffen Sie sich aber ein Problem. Sie werden kaum feststellen können, warum etwas nicht funktioniert bzw. was eigentlich an den Anzeigen funktioniert. Es ist besser, nur ein Ziel pro Anzeigensatz zu definieren und lieber weitere Anzeigen-Sätze zusammenzustellen, um einen besseren Überblick zu behalten. Das könnte dann etwa so aussehen:

Anzeigen 1: Platzierung nur im mobilen News-Feed, Zielgruppe sind Eigenheimbesitzer mit Interessen an Inneneinrichtung.

Anzeigen 2: Platzierung nur im Desktop-Feed. Die Zielgruppe ist identisch.

Damit können Sie unterscheiden, ob Ihre Zielgruppe eher mit mobilen Geräten oder doch mit dem Computer auf Facebook unterwegs ist.

Anzeigen 3: Platzierung im mobilen Feed, Zielgruppe sind Menschen mit einem eigenen Haus.

Anzeigen 4: Platzierung im mobilen Feed, Zielgruppe sind Personen mit einer eigenen Wohnung.

Das beantwortet die Frage, ob die gleiche Anzeige eher Hausbesitzer oder Wohnungseigentümer anspricht.

Der Aufbau einer solchen Struktur erleichtert nicht nur die Erfolgsmessung. Sie erhalten auch eine deutlich feinere Steuerungsmöglichkeit, um das Budget zu verteilen. Funktioniert ein Anzeigen-Set deutlich besser als ein anderes, dann weisen Sie diesem dann mehr Budget zu.

MEHR ZUM THEMA
Marketing

Klickgarantie: Tipps für erfolgreiche Bilder auf Facebook und Instagram

Was unterscheidet erfolgreiche Bildmotive auf Facebook und Instagram von anderen? Wir haben für Sie die besten Tipps zusammengestellt. Mehr lesen

Player

Auf dem Weg in den Facebook-Commerce

Während Facebook-Chef Mark Zuckerberg bei der Eröffnung der Entwicklerkonferenz f8 in San Francisco für die großen Visionen zuständig war und den über 2600 Veranstaltungsteilnehmern seinen Zehnjahres-Plan für die Eroberung der Welt verkündete, wurde es in anderen Keynotes deutlich konkreter. Im Mittelpunkt der f8 stand der Facebook Messenger, der mit seinen inzwischen rund 900 Millionen Nutzern die Plattform von Unternehmen zur Kommunikation mit ihren Kunden werden soll. Aber auch Shopping wird künftig mit Hilfe von Chatbots möglich sein – kleinen Programmen, die in der Lage sind, eine Unterhaltung mit Menschen zu führen. Jan Brockmann, Director of Operations bei der Duisburger Agentur metapeople, nimmt in einem Gastbeitrag für etailment die Ankündigungen unter die Lupe. Mehr lesen

Mobile Commerce

Facebook will auch Einkaufsplattform werden

Verknüpfen, liken, teilen, kommentieren - das ist die Welt von Facebook. Doch das Online-Netzwerk möchte auch zum Einkaufen animieren. Erste Handelspartner gibt es bereits. Mehr lesen