Wer seinen Web-Shop bekannt machen will, muss im Internet die Werbetrommel rühren. Wir zeigen eine Übersicht der wichtigsten Online-Werbeformen.

Bannerwerbung


Werbebanner werden als Grafik- oder Flashdatei in die Webseite eingebunden. Üblich ist mittlerweile das Format 468 x 60 Pixel. Klickt der Seitenbetrachter auf das Banner, wird er über einen Hyperlink auf die Webseite des Werbenden geleitet.


Die Betreiber der Internetseite verdienen entweder daran, wie oft das Banner des werbenden Unternehmens bei dem Besuch der Seite eingeblendet wurde, oder aber, wie oft Besucher auf das geschaltete Banner geklickt haben. Es gibt auch die Möglichkeit, eine Art "Erfolgsprämie" zu zahlen: Dann wird der Internet-seiten-Betreiber erst dann bezahlt, wenn eine Bestellung in dem Online-Shop eingegangen ist. Die sogenannte Konversionsrate gibt an, wie viel Prozent der Klicks auf einen Banner tatsächlich zu einer Bestellung geführt haben.


Werbebanner sind üblicherweise animiert, um mehr Aufmerksamkeit zu erregen. Doch die Bewegung und das Blinken werden oft als störend empfunden. Und so mancher Internetnutzer nimmt die Banner gar nicht mehr wahr, haben Studien ergeben. Zudem schalten immer mehr Internetnutzer Werbefilter ein. Für einen "kleinen" Online-Händler ist die Bannerwerbung bei Portalen wie etwa Spiegel Online utopisch: Mit 20.000 Euro am Tag auf der Panoramaseite lässt sich das Nachrichtenmagazin die hohen Seitenbesucherzahlen kräftig bezahlen. Doch bei Portalen und Foren, die die Zielgruppe des Händlers frequentiert, kann Bannerwerbung für einen Online-Händler Sinn machen.

Affiliate-Programme


Die Idee hinter dem Partnerprogramm, das neudeutsch Affiliate heißt (englisch für "angliedern"), ist einfach: Der Partner (der Affiliate) wirbt für Produkte oder Dienstleistungen des Händlers auf seiner Webseite und erhält für jede auf diese Weise zustande kommende Transaktion (Klick, Interesse oder Kauf) eine zuvor ausgehandelte Werbe-Provision vom Unternehmer, dem sogenannten Merchant. Der Vorteil auch für kleinere Handelsunternehmen: Der Online-Händler kann einen Link auf spezielle Artikel des Anbieters setzen, die für eine kleine, aber feine Sparten-Zielgruppe interessant sind. Beispielsweise kann ein Zoofachhändler auf Aquaristik-Seiten werben oder ein Modellbahn-Händler auf entsprechenden Fan-Seiten. Die Betreiber der Internetseite erhalten eine zuvor festgelegte Provision für die Vermittlung, womit auch der Erfolg recht gut messbar ist.


Es gibt auch Anbieter, die Unternehmer und Affiliate-Netzwerke zusammenbringen. Für die Bereitstellung und technischen Anwendungen nehmen sie in aller Regel einen Prozentsatz im zweistelligen Bereich, sodass für diese Dienstleistung oft ein paar hundert Euro im Monat zusammenkommen; wer diese Summe nicht durch die Verkäufe aufbringen kann, sollte auf eigene Faust zielgruppenrelevante Webseiten suchen und direkt mit den Betreibern verhandeln.

E-Mail-Marketing


Neue Zielgruppen kann man auch durch elektronische Post gewinnen. Allerdings muss man aufpassen, dass man an seriöse Adresshändler gerät, denn sonst verstößt man nicht nur gegen geltendes Gesetz, sondern vergrätzt auch potenzielle Kunden. Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) besagt, dass E-Mail-Adressen zwar in gewissem Umfang erworben, zum Erstkontakt und zur (Kalt-)Akquise aber nicht eingesetzt werden dürfen. Daher bieten seriöse Adresshändler den Kauf oder die Miete von E-Mail-Adressen zur "Selbstverwendung" nicht an.

Die rechtlich einwandfreie Alternative ist, das E-Mail-Marketing über die jeweiligen Eigner der E-Mail-Kontakte zu beziehen: Diese Unternehmen führen den Nachweis darüber, dass die Empfänger etwa dem Erhalt eines Newsletters zugestimmt haben, und lassen sich das von jedem Einzelnen mit einer E-Mail noch mal bestätigen (Double-opt-in). Wichtig ist dabei, dass der Newsletter dem Empfänger jederzeit den Austrag aus der ursprünglich gewählten Liste ermöglicht. 50.000 Kontakte kosten bei einem seriösen Adresshändler knapp 4.500 Euro, die Streuung dieser Werbeform ist allerdings hoch, der Erfolg oft entsprechend niedrig. Möglich ist es auch, in einem Newsletter eines Internetportals, das die Zielgruppe des Händlers frequentiert, zu werben und sozusagen huckepack und zielgerichteter E-Mail-Marketing zu betreiben.

Suchmaschinen-Werbung


Google nennt es Google AdWords, bei Yahoo heißt es Yahoo Search Marketing: Unternehmen können bei Suchmaschinen Anzeigen schalten, die genau in dem Moment in Erscheinung treten, wenn der potenzielle Kunde über ein bestimmtes Schlüsselwort ein Produkt sucht. Der Vorteil: Der Händler zahlt in aller Regel nur dann, wenn der Nutzer tatsächlich auf die Anzeige klickt.

Zudem kann der Werbetreibende die Kosten im Blick halten: Zum einen legt er fest, welchen Preis pro Klick er zahlen will - in aller Regel sind das wenige Cents. Nach diesem "Gebot" richtet sich auch seine Platzierung, falls es mehrere Unternehmen auf dasselbe Such-Stichwort abgesehen haben. Zum anderen kann man üblicherweise ein Budget festlegen, beispielsweise ein Limit von fünf Euro am Tag oder 25 Euro im Monat.

Suchmaschinen-Optimierung


Der Internetsuchende ist faul und schaut meist nur auf die erste Ergebnisseite. Also ist ein Händler gut beraten, dort oben aufzutauchen. Die Suchmaschinen-Betreiber wie Platzhirsch Google fühlen sich allerdings dem Suchenden und nicht etwa demjenigen verpflichtet, der gefunden werden will. Deshalb ist für die Top-Platzierung unter anderem der "Page-Rank" entscheidend, der anzeigt, für wie relevant Google eine bestimmte Seite im Internet hält. Relevanter wird man für Google, je mehr Seiten auf das eigene Web-Angebot verweisen.

Dazu sollte der Online-Händler beispielsweise in öffentlichen Webforen auftauchen. Diese werden meist von vielen privaten Webseiten verlinkt, die sich mit demselben Thema wie das entsprechende Forum beschäftigen. Wer allerdings schummelt und nur in der Suchmaschine nach oben will, fliegt schnell aus solchen Foren raus.

Kundendaten nutzen


Ob der Online-Händler die eigenen Suchmaschinen- Ergebnisse verbessern oder generell bekannter werden will: Alle Kundendaten, die er schon hat, sollte er nutzen. So ist es hilfreich, die Besucher der eigenen Homepage zu analysieren und zu prüfen, wie sie den Weg zum virtuellen Laden gefunden haben: Von welcher Suchmaschine und mit welchem Suchbegriff die Besucher kommen, welchen "Klickpfad" sie im Shop hinterlassen, wie lange sie bleiben und an welcher Stelle sie aus der Seite aussteigen.

Und wer neben dem Online-Shop auch einen stationären Laden hat, sollte versuchen, seine Kunden auch für die Internetseite zu begeistern - und entsprechende Inhalte anbieten, die der Zielgruppe einen Mehrwert bieten, beispielsweise Informationen und Neuigkeiten rund um die Produkte sowie die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.