Wenn man reichlich im Web einkauft, dann fällt einem vor allem auf: Man weiß zuweilen nicht mehr genau in welchen Shop man eigentlich ist und klickt sich mal so eben zum Warenkorb durch. Was vom Einkaufserlebnis hängen bleibt, ist bestenfalls die Simplizität des Shoppings. Emotion bleibt Mangelware. Denn unter der Maxime der Usability verkommen immer mehr Webshops zu sterilen Einkaufstätten. Dabei lässt sich Usability und Einkaufsspaß durchaus verbinden. Ein Muss. Denn nur durch das Mehr an Emotionalität entsteht auch die Markenerfahrung, die den E-Commerce zum Vergnügen, wenn nicht gar zum Erlebnis und damit nacherzählenswert macht. Das wird umso wichtiger, je härter und kostspieliger der Wettbewerb wird. 

Information mit leichter Hand

Das fängt beispielsweise bei einem einfachen Zugang zu Informationen und Einkaufshilfen an. Bei MeinPrivatkaffee von Tchibo, dort kann man seinen Kaffee selbst mischen, sorgt beispielsweise ein simpler Mouse-over dafür, weitere Infos zur Bohne zu erhalten und bietet somit einen reibungslosen Ablauf.


Mehr Dimensionen im Bild

Es ist nur eine Spielerei, ein kleines Detail - aber es macht Freude. Bei Mirapodo lassen sich Pumps und Co schon in der Vorauswahl der Artikelansicht mit einem Mouse-over drehen. Fast schon wie im Schuhregal, wo man einen Schuh mal kurz in die Hand nimmt, um ihn hin und her zu wenden. 


Bewegtbild

Ganz sicher: Wenn alle schicke und hochauflösende Bilder liefern, dann wird Bewegtbild zum Produkt ein wichtiger Vorteil, um das Einkaufserlebnis realer zu gestalten. So gibt es bei Runners Point zu einigen Top-Produkten Erklärbär-Videos.

Gerade im Mode-Bereich bietet es sich da an, Models wie bei Saks Fith Avenue per Video über den Catwalk zu schicken.


Markeninszenierung

Schnell zu Ware, schnell zu Kasse. So lautet die Logik im E-Commerce. Dabei sieht die Realität online wie offline doch eher anders aus. "Ich will erst mal nur gucken", so lautet der wohl meistgehörte Satz im Laden. Also bietet Boss folgerichtig die Option "Shoppen" oder "Discover", letzteres dann mit reichlich viel Marketing aufgeladen. Auch im Shop gibt es erstmal ordentlich Markeninszenierung. Merke: Man kann Produkte verkaufen oder Produkte und ein Gefühl dazu.


Größere Bilder im Check-out

Sie kennen das als Kunde. Sie "stehen" im Warenkorb, checken noch mal schnell die Bestellung und fragen sich dann, sah das Teil wirklich so gut aus? Doch die Produktbilder erreichen bestenfalls eine Größe gegen die eine Briefmarke ein 18/1-Plakat ist. Boss macht das Bild im Warenkorb per Mouse-over größer. Danke.


Mehr Look zum Gucken

Eigentlich ein alter Hut, den aber kaum einer trägt: Lookbooks, Stylecreator zum Teilen und "Shop the Look"-Optionen. Kiomi, der Eigenmarken-Ableger von Zalando, nutzt gleich mehrere dieser Optionen für mehr Spaß am Einkauf.  


Mehr Persönlichkeit

Nicht jeder hat so ein Glück wie Butlers und kann Stefan Raab als Testimonial von der Startseite lächeln lassen. Aber irgendein Gesicht würde man beim Einkauf schon gerne sehen, damit es im Shop menschelt. Spätestens auf der Seite "Über uns" sollte sich auch mal der Chef oder sein Team zeigen. Eine verkaufsorientierte Lösung hat Zalando aufgesetzt. In der Rubrik "Zalando Loves" geben Mitarbeiter, die natürlich auch mit Foto gezeigt werden, persönliche Klamotten-Tipps. Ausbaufähig.


Auf dem etailment-Summit 2.013 diskutieren wir in einem großen Block über mehr Emotionalität beim Einkauf und fragen Händler und Experten, wie sich mehr Gefühl realisieren lässt.