Die Interaktion in sozialen Netzwerk-Communitys erfolgt datenbasiert. Nutzer, die ihr Profil reichhaltig mit persönlichen Informationen füllen, Bilder veröffentlichen und ausgiebig virtuell kommunizieren, werden zum sozialen Erfolg im Netz.

Die Interaktion in sozialen Netzwerk-Communitys erfolgt datenbasiert. Nutzer, die ihr Profil reichhaltig mit persönlichen Informationen füllen, Bilder veröffentlichen und ausgiebig virtuell kommunizieren, werden zum sozialen Erfolg im Netz. Vielen ist aber nicht bewusst, dass ihre Daten nicht nur ihren virtuellen Freunden zugänglich sind. So können beispielsweise über offene Programmierschnittstellen User-Daten extrahiert und neu kombiniert werden. Solche so genannten Mashups haben einerseits den Erfolg von Web 2.0 mitbegründet, stellen aber andererseits in punkto Datenschutz ein Gefahrenpotenzial dar. Darüber, ob ein derartiges Vorgehen mit sensiblen Nutzerdaten auch rechtlich und ethisch vertretbar ist und wie der Mensch mit den aktuellen technischen Szenarien im Alltag umgehen soll, diskutierten eine Reihe von Experten auf der Veranstaltung "Gläserner Mensch dank Social Media?" im Rahmen des österreichischen "net culture lab"-Projekts.

"Wir haben es hier mit einem Grunddilemma zu tun", stellte Jana Herwig, Medienwissenschaftlerin mit Schwerpunkt user generated content, einleitend fest. "Einerseits befinden wir uns in einer aktuellen Situation, in der sich die Menschen zunehmend Sorgen um ihre Privatsphäre machen. Andererseits stellen wir aber auch fest, dass die Bereitschaft der Nutzer, persönliche Informationen im Internet preis zu geben, weiter steigt", erläuterte Herwig. Besonders akut sei diese Problematik im Bereich der Social Communitys. "Hier kommen soziale Funktionen zum Einsatz, die durchaus Sinn machen. Gleichzeitig werden dadurch allerdings sensible Stammdaten berührt, die es ermöglichen, einen Menschen eindeutig zu identifizieren", meinte Herwig und verweist auf ein konkretes Beispiel einer geführten Kommunikation auf dem Netzwerkportal Facebook. "Es gibt Internetdienste, bei denen die User dazu aufgefordert werden, ihre persönlichen Interessen in 144 Zeichen zusammengefasst darzustellen. Derartige Informationen sind natürlich für die Marktforschung sehr interessant", so Herwig.