Den meisten Händlern fallen die diversen Facebook- oder Twitter-PlugIns ein, wenn von Social Proof die Rede ist. Aber das ist eine sehr beschränkte Sichtweise. Es gibt eine Vielzahl an subtileren Methoden, frühere Kunden als Verkaufsförderer einzusetzen.

Unboxing

Eine der aktuell spannendsten Formen des Sozialbeweises sind Unboxing-Videos, die einen Kunden dabei zeigen, wie er das erhaltene Päckchen öffnet und das Produkt ausprobiert. Cyberport macht das mit Technikprodukten, aber auf eine eher nüchterne, distanzierte Art. Spannender wird es bei Tech- und Modebloggern. Hier existiert eine gewisse Nähe und Affinität zwischen Video-Blogger und Betrachter. Der Blogger ist Freund und Authorität. Die Abrufzahlen von Unboxing-Videos zeigen: Je authentischer, umso wirkungsvoller. Machen Sie doch einen Wettbewerb unter Ihren Kunden.

Die schiere Masse

Es muß nicht immer eine nakte Zahl sein, mit der man seine Kundenschar präsentiert. Autovermieter Ling Cars aus England nutzt Fotos der Kunden für ein gigantisches Bildermosaik, in dem sich Ling sebst proträtiert. Auf einer Unterseits zeigt Ling eine Google-Maps-Landkarte mit Tausenden von Stecknadeln. Auch das sind die Kunden. Bei den roten Stecknadeln hängt sogar ein Kommentar dahinter.

Die Kunden-Weltkarte

Das ebenfalls britische Bookdepository zeigt seine aktuellen Verkäufe live auf einer Weltkarte an.  Das transportiert gleich drei Informationen: hier ist viel los, wir liefern überall hin und jegleicher Versand ist kostenlos. Und diese Informationen werden permanent wiederholt.

Der Tech-Blogger erzielt deutlich mehr Reichweite, als Cyberport mit dem exakt gleichen Thema
Der Tech-Blogger erzielt deutlich mehr Reichweite, als Cyberport mit dem exakt gleichen Thema

Die soziale Suche

Fab weiß, dass viele Produkte zu teuer sind, um von jedem gekauft zu werden. Dennoch können die Nutzer sie toll finden. Und genau diese Gefühlsäußerung unterstützt die Site, in dem „Pin it“, „Like“ und ein eigenes „Love“ direkt in den Suchergebnissen angezeigt werden.  Das soll nicht nur Social Proof ausspielen sondern vor allem auch möglichst viel Feedback einsammeln.

Empfehlen Sie uns weiter

Diese Funktion wird gerne genutzt, um eMail-Adressen zu sammeln. Naked Vine nutzt sie, um Social Proof zu erzeugen, aber mit einer leicht modifizierten Frage: „Würden Sie diesen Wein weiterempfehlen“. Die Empfehlungsrate wird im Suchergebnis angezeigt und beseitigt Unsicherheiten beim Käufer.

Jede Verkaufsflagge weist bei BookDepository darauf hin, dass die Lieferung kostenlos erfolgt
Jede Verkaufsflagge weist bei BookDepository darauf hin, dass die Lieferung kostenlos erfolgt

Nutzen statt kaufen

Auch Websites, die gar keine Produkte verkaufen, sondern Sichtkontakte oder Werbung können vom Prinzip des Bestsellers profitieren. ReadWriteWeb zeigt im Suchergebnis an, wie viele User einen Artikel gelesen haben. Der Bestreader sozusagen.

Webcam statt Sonnenuntergang

Ein schönes Beispiel für Social Proof hat Mustaphas Gemüsekebap aus Berlin gefunden. Um zu zeigen, dass wirklich Menschen dort essen, zeigt eine Webcam den Imbisswagen. Nur leider ist das Ganze bei Mustapha ein Fake. Es sind immer die gleichen Menschen. Aber die Idee bleibt gut.

Social Questions

Es gibt wohl wenig bessere Sozialbeweise, als wenn frühere Kunden aktuellen Kunden bei der Kaufentscheidung direkt helfen. Als Ergänzug eines Bewertungssystems könnte man eine Produktspezifische FAQ-Liste auf die Produktseite einarbeiten. Und dort dürfen User Fragen stellen aber auch Antworten eingeben. Zu sehen ist das Ganze bei Sketchers.com.

Leider antwortet meistens der Support und nur selten ein anderer Nutzer, aber vielleicht muss man beim Kauf um Erlaubnis fragen, ob man den Kunden Fragen einfach weiter leitet.

Thunderclap sammelt und bündelt Shares, Likes und Tweets und sendet sie gleichzeitig aus
Thunderclap sammelt und bündelt Shares, Likes und Tweets und sendet sie gleichzeitig aus

Social Navigation

Eine der schönsten Darstellungsformen für zufriedene Kunden sind Bilder von ihnen. Im Fall von Mode oder vielleicht Reisen kann man diese Bilder als navigatorischen Einstieg in die Website nehmen. Modcloth.com hat im Pinterest-Stil eine ganze Galerie von Userfotos eingearbeitet. Mit einem Mausklick kauft man die abgebildeten Produkte.

Donnernder Applaus

Selten kommen spannende Webideen derzeit aus Italien, aber das ist eine. Thunderclap sammelt Likes, Tweets und Shares von Nutzern und veröffentlicht diese nicht direkt, sondern zu einem frei definierbaren Zeitpunkt. Das Resuktat ist ein kurzfristig sehr starkes Social media Echo, dass auch von der Monitoring-Software nicht unbemekrt bleibt. Nächster großer Applaussturm ist am 29. Oktober. Dann wird das Projekt Phoneblocks massiv geliked.