In den letzten zwei Jahren verzeichneten 61% der Unternehmen Investitionsflops bei Software. Investitionen in E-Commerce- und Sicherheitslösungen weisen dabei die größte Misserfolgsquote auf.

Fast zwei Drittel der deutschen Mittelstands- und Großunternehmen mussten in den letzten beiden Jahren Fehlinvestitionen in Softwarelösungen verbuchen. Durchschnittlich verschlangen sie mehr als jede zehnte Mark der jährlichen IT-Budgets. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Befragung der infor AG unter mehr als 700 Unternehmen.

Bei den Investitionsflops stehen an vorderster Position die Softwarelösungen für das Internet und den elektronischen Handel. Solche Produkte haben sich nach den Erfahrungen von 41% der Unternehmen als wenig tauglich erwiesen. Den zweite Platz auf der Negativliste nehmen Lösungen für die IT-Sicherheit ein. Sie haben bei 39% der Firmen die Anforderungen nicht abdecken können. Auch Softwareprojekte für die Vertriebsunterstützung und das Kundenmanagement erfüllten in jedem dritten Betrieb nicht die Erwartungen.

Wer in den letzten beiden Jahren bei Computerprogrammen Fehlinvestitionen zu verbuchen hatte, musste dafür tief in die Tasche greifen. Durchschnittlich führten die falschen Entscheidungen zu unnötigen Kosten von fast 12% der jährlichen IT-Budgets. Bezogen auf die gesamte deutsche Wirtschaft summieren sich die Fehlausgaben zu einem Milliardenschaden.

"Die Ursachen liegen häufig nicht in den Softwareprodukten selbst, sondern die ausgewählten Lösungen decken oft den spezifischen Bedarf der Unternehmen nicht ausreichend ab, weil vor der Entscheidung kein klares Anforderungsprofil definiert wurde", bewertet Prof. Dr. Joachim Hertel, Vorstandssprecher der infor AG, die Befragungsergebnisse. Er nennt als Beispiel die negativen Erfahrungen der Firmen bei Ausgaben für E-Commerce-Lösungen: "Wer ohne klare strategische Ausrichtung und ohne konkretes Geschäftsmodell für das Internet-Business in Shop-Lösungen investiert, geht zwangsläufig ein großes Risiko ein, dass das ausgewählte Produkt die eigenen Ziele nicht ausreichend unterstützt."

Auffällig ist für ihn die hohe Quote an Fehlinvestitionen in Softwarelösungen, die einen gewissen Trendcharakter haben. "Bei Themen wie E-Business oder Customer-Relationship-Management haben die Unternehmen Neuland betreten und dadurch überproportional häufig Fehlentscheidungen getroffen", versucht Prof. Hertel einen Erklärungsansatz.

Auch den Einsatz von Security-Lösungen zählt er dazu: Erst mit dem Bekanntwerden der Risiken in der Internet-Kommunikation sei eine höhere Sensibilität für die Sicherheitsproblematik entstanden. Viele Anwender hätten als Reaktion darauf möglicherweise ohne ausreichende konzeptionelle Grundlage in Lösungen für die Datensicherheit investiert.

Eine Bestätigung seiner These sieht er in der vergleichsweise geringen Misserfolgsquote bei ERP-Investitionen. "Mit den betriebswirtschaftlichen Kernfunktionen beschäftigen sich die Unternehmen schon sehr lange. Dadurch können sie relativ präzise ihre Anforderungen hinsichtlich der Funktionalitäten und Geschäftsprozessunterstützung an die ERP-Software benennen", urteilt Prof. Hertel. (ST)


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