Der Bankrott des angeschlagenen niederländischen Software-Anbieters ist offensichtlich verhindert worden. Der britische Automatisierungs-Konzern Invensys erklärte sich gestern zur Übernahme von Baan bereit.

Der Bankrott des angeschlagenen niederländischen Software-Anbieters ist offensichtlich verhindert worden. Der britische Automatisierungs-Konzern Invensys erklärte sich gestern zur Übernahme von Baan bereit.

Dies berichtet die Financial Times Deutschland in ihrer heutigen Ausgabe. Nach Angaben von Baan-Chef Pierre Everaert hätte Baan bei einem Scheitern der Übernahmeverhandlungen ein Vergleichsverfahren zur Konkursabwendung beantragen müssen. Das Unternehmen verliere pro Tag eine Mio. US-Dollar. Invensys hält mittlerweile rund 75% von Baan.

Wie Financial Times Deutschland weiter schreibt, sei Baan noch Anfang 1998 härtester Verfolger des deutschen Software-Konzerns SAP, dem Marktführer bei Unternehmenssoftware, gehandelt worden. Mitte 1998 geriet Baan in finanzielle Schwierigkeiten. Damals wurde bekannt, dass Baan über ein undurchsichtiges Geflecht von Tochterfirmen und befreundeten Unternehmen Software an sich selbst verkauft und als Umsätze verbucht habe. Zuletzt habe Baan sieben Verlustquartale in Folge gemacht.

Invensys werde sein Angebot bis zum 1. August 2000 aufrecht erhalten. Auch danach will der Konzern noch 20 Tage lang versuchen, Baan-Aktien zum Preis von 2,85 Euro zu kaufen. Aktionäre, die sich bis dahin nicht für die Offerte entscheiden, sollen bei der 2001 geplanten Auflösung der Baan Holding ebenfalls 2,85 Euro pro Aktie erhalten. Invensys übernehme das Vermögen und die Schulden von Baan. Nach der Liquidation des Unternehmens solle es von der Börse genommen werden. Invensys wolle die Kontrolle über das Geschäft von Baan sofort übernehmen. Das Baan-Management solle nur noch für eine kurze Übergangszeit im Amt bleiben.

Die Mehrheit der 4.000 Baan-Mitarbeiter solle ihren Arbeitsplatz behalten. Allerdings sei in diesem Zusammenhang eine Entlassung von 1.000 Invensys-Mitarbietern geplant. (AH)