Ein Ferienjob ist eine gute Gelegenheit für junge Menschen, sich verschiedene Berufe anzuschauen. Unternehmen wiederum können dort passende Auszubildene finden, wirbt die Bundesagentur für Arbeit.

Firmen und Schulabgänger sollten nach einem Rat der Bundesagentur für Arbeit (BA) stärker als bisher Ferienjobs als Hilfe bei der Lehrstellensuche nutzen. Junge Menschen erhielten damit Einblicke in zahlreiche Berufsfelder. Das könne Jugendlichen dabei helfen, "ihren Beruf für die Zukunft zu finden oder zu erfahren, was ihm nicht liegt", sagte BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker der Deutschen Presse-Agentur wenige Tage vor Beginn der Sommerferien in einigen Bundesländern.

An Unternehmen wiederum appellierte Becker, in Ferienarbeit auch ein Instrument der Nachwuchsgewinnung zu sehen. "Mit einem Praktikum oder gar einer Ferienarbeit im Betrieb könnten sich Schüler durchaus für eine spätere Ausbildung begeistern", ist Becker überzeugt. Umgekehrt könnten dabei Bilder vom angeblichen Traumjob zurechtgerückt werden. "Denn nichts ist ärgerlicher als ein Ausbildungsabbruch, weil Azubi und Unternehmen falsche Vorstellungen voneinander hatten."

Nach Beckers Angaben waren Ende Mai noch 465.000 junge Leute auf der Suche nach einer Lehrstelle. Ihnen standen 478.000 freie Lehrstellen gegenüber. Nach einer aktuellen Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) lag die Abbrecherquote bei Lehrstellen 2013 bei knapp 25 Prozent - mit steigender Tendenz. Becker erinnerte erneut an die Bedeutung einer soliden Berufsbildung. Gut ausgebildete Beschäftigte verdienten im Laufe ihres Berufslebens rund 300.000 Euro mehre als Ungelernte.