Angesichts der aktuellen Hitze kaufen die Konsumenten gerne sommerliche Bekleidung. Manche Geschäfte haben bereits die Lager leergeräumt, woanders gibt es Erfrischungen für die Kunden.

Wer dieser Tage in der Kaufhauskette Moses-Leininger in Neuwied und Bad Neuenahr einkauft, bekommt Erfrischungen serviert. Für die Erwachsenen gibt es kalten Eistee, für die Kinder Wassereis. So etwas ist bei mehr als 30 Grad im Schatten ein Labsal - und hat einen Nebeneffekt. "Wir wollen die Verweildauer in den Geschäften erhöhen", sagt Geschäftsführer Andreas Albrecht zu derhandel.de

Vielleicht liegt es auch an diesen kleinen Aufmerksamkeiten, dass bei Moses-Leininger das Sommergeschäft sehr gut läuft. Mehr noch sind aber gewiss die hohen Temperaturen daran schuld, dass die Kunden leichte Textilien kaufen. Wer schwitzt, dem steht der Sinn nach leichten Textilien, besondere Schnäppchenaktionen sind dafür gar nicht notwendig. "Wir haben uns mit besonderer Rabattierung zurückgehalten", sagt Albrecht. "Solche Aktionen heben wir uns für das Ende des Sommers auf."

Sommerware wird gekauft, wenn sie gebraucht wird

Überall in Deutschland freuen sich die Modehändler über das sonnige Ferienwetter, die Branche hofft auf eine schnelle Lagerräumung im Sommerschlussverkauf (SSV). "Das Wetter spielt uns in die Karten", sagte am Montag ein Sprecher des Handelsverbandes Deutschland (HDE) in Berlin. Der überwiegende Teil der Kunden kaufe Sommertextilien dann ein, wenn sie gebraucht würden.

Dagegen hänge der Absatz von Bademode nicht so stark vom Wetter ab, wie man meinen könnte. "Die Meisten kaufen vor dem Sommerurlaub Bademode ein", erläuterte der HDE-Sprecher. Dabei spiele der Ferientermin die entscheidende Rolle und nicht das aktuelle Wetter in Deutschland.

"Der Bedarf bei Sommermode ist da", sagte auch ein Sprecher vom Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels (BTE) in Köln. Wenn es allerdings zu heiß sei, könnte es mancher Verbraucher vorziehen, zur Abkühlung ins Schwimmbad statt in die Einkaufsmeile zum Shoppen zu gehen. Die Modehändler müssen ihre Lager und Regale von Sommerware räumen, um Platz für die neuen Herbstkollektionen zu schaffen.

Im Sommer an den Winter denken

Michaela Niemczyk plant in der Tat schon für die Herbst-Winter-Saison. Die Inhaberin der Darmstädter Boutique "Mamacita" spricht auf Nachfrage von derhandel.de davon, ihre Sommermode weitestgehend abverkauft zu haben. "Im Lager ist nichts mehr". Zwischen 20 und 30 Prozent Nachlass habe sie gegeben, besonders Kleider und Röcke seien gut verkauft worden, sagt die Händlerin.

Seit diesem Montag locken Einzelhändler mit dicken Rabatten im SSV. An der zweiwöchigen Aktion nehmen nach HDE-Einschätzung drei Viertel der Händler in Deutschland teil. Darunter befänden sich neben Mode- und Schuhhändlern auch Baumärkte, Möbelhäuser und Elektrogeschäfte.