An Weihnachten brummt auch bei Amazon das Geschäft. Trotzdem kann der Versender nicht unbeschwert sonntags seine Waren verschicken. Das nächste Gericht untersagt an diesem Freitag die Arbeit.

Amazon muss den nächsten Rückschlag hinnehmen. Nachdem vorige Woche das  sächsische Oberverwaltungsgericht Sonntagsarbeit im Versandzentrum in Leipzig am dritten und vierten Advent untersagt hatte, muss am kommenden Sonntag die Arbeit auch im Logistikzentrum Graben (Bayern) ruhen. So lautet ein Beschluss des Verwaltungsgerichts Augsburg von diesem Freitag.

Die Gewerkschaft Verdi hatte gegen die Erlaubnis zur Sonntagsarbeit am vierten Advent, die die Bezirksregierung Schwaben erteilt hatte, geklagt. Das Gericht stellte unter anderem fest, dass die Voraussetzungen zur Genehmigung von Sonntagsarbeit laut Arbeitszeitgesetz nicht vorlägen, teilt die Gewerkschaft mit.

"Erneut schützt ein Gericht den arbeitsfreien Sonntag und macht deutlich, dass Amazon keine plausible Begründung für Sonntagsarbeit vorlegen kann. Denn das arbeitsreichere, immer wiederkehrende Ereignis Weihnachtsgeschäft an sich stellt keinen Grund für Sonntagsarbeit dar", sagte Stefanie Nutzenberger, im Verdi-Bundesvorstand zuständig für Handel.

Streik in Leipzig

Im Leipziger Versandzentrum haben Beschäftigte derweil am Freitag erneut die Arbeit niedergelegt. Nach Angaben von Verdi folgten etwa 450 Mitarbeiter aus zwei Schichten dem Streikaufruf.

In dieser Woche hatte es bereits am Mittwoch Arbeitsniederlegungen bei Amazon gegeben. Ob auch am Samstag gestreikt wird, ließ Verdi zunächst offen. Auch in Bad Hersfeld (Hessen) und Graben (Bayern) gab es laut Gewerkschaft am Freitag Arbeitskämpfe.

Amazon teilte mit, dass der Ausstand keinen Einfluss auf die Einhaltung des Kundenversprechens für pünktliche Lieferungen habe. Verdi will für die rund 10.000 Mitarbeiter des US-Konzerns in Deutschland einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels durchsetzen. Verhandlungen darüber lehnt Amazon aber ab. Die Gewerkschaft ruft deshalb regelmäßig zum Streik auf.