Mehr als ein Drittel der Deutschen kauft Geschenke erst kurz vor Schluss. Wann und wieviel der Weihnachtsmann in diesem Jahr einkaufen will hat das Allensbacher Institut für Demoskopie erforscht.

Für den Einzelhandel war das Vorweihnachtsgeschäft in diesem Jahr bislang trotz der Finanzkrise und schlechten Konjunkturerwartung für 2009 zufriedenstellend bis erfreulich. Immer wieder entscheidet es sich aber erst kurz vor dem Fest, wie gut oder schlecht das Weihnachtsgeschäft gelaufen ist, denn ein Teil der Bevölkerung besorgt seine Weihnachtsgeschenke erst in der letzten Minute.

Immerhin: Ungefähr jeder Sechste (17 Prozent) denkt laut einer Umfrage des Allensbacher Institut für Demoskopie lange vor Weihnachten darüber nach, was er wem schenken will, und manche machen auch in dieser frühen Phase schon erste Besorgungen. 37 Prozent konzentrieren ihre Weihnachtsbesorgungen auf die letzten Wochen vor Weihnachten. 15 Prozent allerdings warten bis zum Schluss, ob ihnen noch passende Geschenke einfallen, oder sie lassen sich auf den Kauftrubel der letzten Tage ein.

Grafik: DFV Quelle: Allensbacher
Grafik: DFV Quelle: Allensbacher
In früheren Umfragen der Allensbacher zum Weihnachtsfest zeigte sich immer wieder, dass viele Männer - anders als Frauen - die Vorweihnachtszeit eher als Stress und lästige Pflicht erleben. Das hat sicherlich damit zu tun, dass sie sich manchmal mit dem Geschenkeeinkauf selbst unter Stress setzen.

Männer besorgen die Geschenke kurz vor der Bescherung

Denn es sind vor allem die Männer, die ihre Einkäufe erst in letzter Minute erledigen. Während die Mehrzahl der Frauen (65 Prozent) ihre Geschenkbesorgungen schon lange im Voraus oder spätestens in der Vorweihnachtszeit machen, sind von den Männern nur 44 Prozent im Blick auf das Weihnachtsfest besonders vorsorglich.

Mehr als jeder fünfte Mann (21 Prozent) hat zur Zeit die Geschenke, die er in der nächsten Woche auf den Gabentisch legen will, noch nicht besorgt, sondern gedenkt das - wie früher schon - erst kurz vor Heiligabend zu tun. Auf weiblicher Seite gibt es nur 9 Prozent, die sich derart auf die letzte Minute verlassen, um Geschenke für Weihnachten zu kaufen.

In den vergangenen Jahren schien die Zahl derjenigen, die gar keine Geschenke einkaufen wollen, immer größer zu werden. 2005 und in den Jahren davor waren es nur jeweils 2 oder 3 Prozent, die das Weihnachtsfest nicht mehr als Fest des Schenkens begreifen wollten. 2006 sagten dann plötzlich mehr als doppelt so viele, dass sie Weihnachten keine Geschenke kaufen, 2007 waren es schon 12 Prozent, die nichts mehr verschenken wollten. Dieser Trend zum Verzicht auf Weihnachtsgaben scheint sich jedoch nicht fortzusetzen. 2008 betonen weniger als im Vorjahr (10 Prozent), dass sie zu Weihnachten keine Geschenke besorgen.

Mehr als die Hälfte plant Geschenke auf dem Niveau des Vorjahrs

Die Ausgaben für Weihnachtsgeschenke will mehr als jeder Zweite (54 Prozent) auf dem gleichen Niveau halten wie im Vorjahr. 23 Prozent der Bevölkerung planen, weniger für Weihnachtsgeschenke auszugeben als im vorigen Jahr. Mehrausgaben kommen nur für 6 Prozent der Bevölkerung in Frage.

Auch in den besserverdienenden Kreisen der leitenden Angestellten und Beamten oder der Selbständigen und Freiberufler wird nur in Ausnahmefällen (6 bzw. 5 Prozent) über eine Ausweitung des diesjährigen Geschenkebudgets nachgedacht. Dass der finanzielle Rahmen wie im Vorjahr bleibt, betonen die Leitenden zu 63 Prozent. 17 Prozent von ihnen wollen Weihnachten 2008 beim Schenken eher ein bisschen sparsamer sein.

Solche Sparvorhaben werden in der Realität allerdings in der Regel nicht umgesetzt. Wie Meinungsforscher aus jahrelanger Erfahrung mit Weihnachtsumfragen zu berichten wissen, sind die Befragten an der Ladenkasse später dann doch großzügiger als zuvor geplant.