Seat präsentiert mit dem aktualisierten Ibiza Cupra ein Auto für dynamische Startup-Unternehmer.

Es ist nun schon Routine. "Nein", sagt Bernhard Bauer, "ein Einbruch bei den Aufträgen sei nicht zu verzeichnen". Die Kundenfrequenz sei ungebrochen: "Keine Panik im Handel", unterstreicht der Deutschland-Geschäftsführer des spanischen Automobilherstellers Seat. Die Fragen rund um den Skandal um manipulierte Abgas- und geschönte Verbrauchswerte im Volkswagen-Konzern sind dem Manager längst zur Genüge vertraut. Die Antworten kommen, gut vorbereitet, wie aus der Pistole geschossen.

Natürlich sind auch die Modelle aus Barcelona von den Machenschaften der Entwickler im automobilen Riesenreich betroffen, wie in der aktuellen November-Ausgabe von Der Handel zu lesen ist. Doch seit der Skandal vor achteinhalb Wochen ruchbar wurde, steht die aufstrebende Tochtermarke längst nicht so im Kreuzfeuer der Kritik wie die Zentrale in Wolfsburg. Anfragen von Flottenkunden hätte es zunächst gegeben, seien aber mittlerweile praktisch abgeebbt.

Betriebe bereiten sich auf die Rückrufaktion vor

Derzeit bereite man sich in den rund 500 bundesdeutschen Seat-Standorten technisch und organisatorisch auf die vom Kraftfahrt-Bundesamt angeordnete Rückrufaktion der manipulierten Modelle vor. "Wir werden unseren Kunden nicht ein rosa Schleifchen ums Auto legen, aber wir wollen den Aufwand für sie so gering wie möglich halten und mit Glaubwürdigkeit das Vertrauen zurückgewinnen", versichert Bauer.

Ohnehin würde der notwendige Austausch der Schummel-Software, der ab Januar starten soll, in den meisten Fällen wohl im Rahmen eines turnusmäßigen Werkstattbesuchs, etwa beim Wechsel der Reifen oder während einer Inspektion, gleich miterledigt.

Ibiza Cupra startet im Januar

Und dann können die Händler ihren Kunden - quasi zur Auflockerung der Stimmung - auch den neuen Ibiza Cupra zeigen. Das kleine Spaß- und Sportgerät steht in seiner neusten Fassung nämlich ab Jahresbeginn zum Verkauf. Ein Auto für dynamische Startups. Der 1,8-Liter-Benzindirekteinspritzer mobilisiert schließlich 141 kW/192 PS, katapultiert den 1.184 Kilogramm leichten Zweitürer mit einem maximalen Drehmoment von 320 Newtonmetern (plus 70) in lediglich 6,7 Sekunden auf Tempo 100 und sprintet bis zur Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h. Den theoretischen Kraftstoffverbrauch gibt der Hersteller mit 6,0 Litern auf 100 Kilometern an, was einer CO-2-Emission von 139 g/km entspricht.

Dabei lässt sich der bezahlbare Breitensportler (Preis ab 23.060 Euro und so 700 Euro weniger als sein Vorgänger) auch gutmütig-komfortabel bewegen, wie sich beim Kennenlerntermin zeigte. Auf Krawallattitüden und martialische Spoileranbauten verzichtet der katalanische Kleinwagen lobenswerterweise gänzlich. Klimaautomatik, Navigationsgerät, elektronische Fahrwerksabstimmung und Winterpaket sind unter anderem bereits serienmäßig an Bord.

Schon seit 1996 krönt der Cupra die Ibiza-Baureihe. Seit 2002 gibt es ein solches Topmodell auch für den größeren Leon. Dessen Antrieb erhält jetzt auch ein Update - auf 213 kW/290 PS...

Bernd Nusser

Mehr zu den Auswirkungen der Abgasmanipulationen im Volkswagen-Konzern auf den Automobilhandel und die Fuhrparkverwaltung lesen Sie in der aktuellen November-Ausgabe von Der Handel. Zum Probeabo geht es hier.