Volvo setzt weiter auf Verbrauchsreduzierung. Für Flottenmanager werden damit vor allem die Kombis V 50 und V 70 noch interessanter.

Klimadiskussion und Wirtschaftskrise zwingen die Automobil-Hersteller weiter zum Umdenken. Schneller, höher, weiter – das war gestern. Heute sind verbrauchsgünstige Konzepte gefragt. Volvo liefert jetzt ein weiteres Beispiel für den Paradigmenwechsel in der Branche. Die Schweden beweisen Mut und bieten ihr Aushängeschild, den Kombi V 70, ab Oktober 2009 mit einem 1,6 Liter kleinen Diesel an.

Noch vor kurzer Zeit schienen den Industriemanagern in der gehobenen Mittelklasse Antriebseinheiten mit weniger als 200 PS als undenkbar, jetzt begnügt sich der skandinavische Frachter in der Basisversion mit 80 kW/109 PS. Das reicht, wie sich beim ersten Test schnell herausstellte, im Alltagsbetrieb völlig aus – und ermöglicht einen Normverbrauch von 4,9 Litern sowie eine CO-2-Emmission von 129 g/km.

Beachtliche Werte für ein rund 1.700 Kilogramm schweres Auto mit einem Laderaum-Volumen bis zu 1.600 Litern. Weiterer Vorteil für Flottenmanager: Mit der Hubraumgröße sinkt auch der Diesel-Einstiegspreis auf 30.300 Euro.

Optimierung der beiden Fünfzylinder-Diesel

Mit der Einführung des kleinen Selbstzünders werden zum Modelljahr 2010 auch gleich die beiden Fünfzylinder-Diesel optimiert. Der 2,4 D leistet jetzt 129 kW/175 PS und kommt mit 6,0 Litern aus, der D 5 bringt es auf 151 kW/205 PS und einen Verbrauch von 6,4 Litern. Die drei Motoren sind zudem für die leicht überarbeitete Limousine S 80 zu haben.

Auch in den anderen Baureihen setzt Volvo seit einem Jahr unter dem Schlagwort „Drive“ auf verbrauchssenkende Maßnahmen. Jetzt ist für den Mittelklasse-Kombi V 50 sowie für die Limousine S 40 und den kompakten Zweitürer C 30 in Verbindung mit dem 1,6 D (80 kW/109 PS) zudem ein Start/Stopp-System (350 Euro Aufpreis) zu haben.

Damit reduziert sich der Kraftstoffkonsum der drei Modelle von 4,5 auf 3,9 Liter (104 g/km). Eine Zusatzbatterie sorgt dafür, dass die Klimaanlage weiterläuft, während der Motor, etwa an der Ampel, Pause macht. Die Preise für den V 50 1,6 D Start/Stopp beginnen bei 25.890 Euro.

Umweltbewusst auch bei den geländegängigen XC 60 und XC 70

Auch bei den geländegängigen Modellen XC 60 und XC 70 schonen die Schweden künftig Umwelt und Geldbeutel. Beide Fahrzeuge stehen nun auch mit herkömmlichem Frontantrieb zur Wahl. Der Preis für den XC 60 verringert sich damit um 3.050 Euro.

Nachdem Volvo nun seine Diesel-Palette modernisiert hat (der Selbstzünderanteil an den Gesamtzulassungen in Deutschland liegt bei 77,6 Prozent), verspricht der Hersteller für das nächste Jahr neue, aufgeladene Benzin-Direkteinspritzer-Motoren – und für 2012 in Kooperation mit dem Energiekonzern Vattenfall ein serienmäßiges Elektroauto.

Bernd Nusser