Mit dem Kompaktvan 5008 unterstreicht der französische Autobauer Peugeot seine Ambitionen im Flottengeschäft.

Peugeot fiebert dem Pariser Autosalon vom 2. bis 17. Oktober entgegen. Bei ihrem Heimspiel wollen die Franzosen die Weltpremiere des 508 gebührend feiern. Das Modell, das mit 407 und 607 gleich zwei Baureihen ablöst, rollt an der Seine als Limousine und Kombi ins Scheinwerferlicht und geht Anfang 2011 europaweit in den Verkauf. Mit dem neuen Mittelklassewagen will Peugeot seine Offensive im Flottengeschäft weiter ausbauen. Die Erwartungen sind entsprechend hoch.

Auszeichnung zum "Firmenauto des Jahres"

Derzeit ist freilich noch der vor einem dreiviertel Jahr eingeführte Kompaktvan 5008 die Speerspitze der ambitionierten Marke im Pkw-Großkundenbereich. Der geräumige Viertürer heimste unlängst erst den Titel "Firmenauto des Jahres" in seiner Klasse ein. 150 Fuhrparkmanager hoben das bis zu siebensitzige Gefährt nach umfangreichen Tests auf den Schild.

Auch im Alltagscheck von Der Handel verdiente sich der 5008 jetzt erstklassige Noten. Der variable Innenraum, die üppigen Platzverhältnisse, die zahlreichen Ablagenmöglichkeiten sowie die in diesem Segment keinesfalls üblichen Assistenzsysteme und Sonderausstattungen sind die überzeugendsten Argumente für den Gegner von VW Touran, Opel Zafira und Co. Doch der Reihe nach:

Ebene Ladefläche und sieben Sitze

Die drei Sitze der zweiten Reihe  können, je nach Bedarf, einzeln verschoben, zusammengeklappt oder gefaltet werden. In Verbindung mit zwei weiteren, im Kofferraum versenkbaren Zusatzplätzen (700 Euro Aufpreis in allen drei Ausstattungsstufen) ergibt dies eine ebene Ladefläche. Für weitere 100 Euro lässt sich sogar der Beifahrersitz umklappen und ermöglicht den Transport besonders langer Gegenstände. Die Sitzplätze 6 und 7 sind allerdings erwachsenen Passagieren nicht zuzumuten.

Wer statt Personen Gepäck befördert, ist erstaunt, was alles hinter die mühelos aufschwingende Heckklappe passt. Fast 1.800 Liter Laderaum-Volumen sind ein beachtlicher Wert. Wer seinen Dienstwagen auch privat nutzen kann, muss sich um die Urlaubsreise jedenfalls keine Sorgen machen.

"Geheimfächer" im Fußraum

Mit einem tiefen Staufach in der Mittelkonsole, einem ordentlichen Handschuhfach (hinter einer allerdings wenig wertigen Klappe aus Hartplastik), Schubladen unter den Vordersitzen, breiten Ablagen in den Vordertüren, Taschen an der Rückseite von Fahrer- und Beifahrersessel und "Geheimfächern" im Fußraum nimmt der 5008 reichlich Kleinutensilien auf und lädt förmlich zur großen Fahrt ein.

Für 390 Euro Aufpreis erscheint auf Knopfdruck ein sogenanntes "Head-up-Display", das auf einer Plastikscheibe oberhalb der Armaturen im Sichtfeld des Fahrers die gefahrene Geschwindigkeit anzeigt und vor zu geringem Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug warnt. An die zusätzliche Information gewöhnt man sich schnell und gerne. Ein durchgängiges Panorama-Glasdach (Serie ab Ausstattungsniveau Premium) und das Video-Paket mit zwei Bildschirmen in den Kopfstützen (600 Euro) verwöhnen die Mitreisenden auf den hinteren Rängen.

"Business-Line" für Geschäftskunden

Speziell für Geschäftskunden bietet Peugeot zu Preisen ab 29.691 Euro den 5008 Business-Line unter anderem mit 2,0-Liter-Diesel (110 kW/150 PS), Navigationssystem, Zwei-Zonen-Klimaautomatik und 36-monatiger Garantie an.

Zum Test fuhr allerdings der kleinere der beiden Selbstzünder mit 1,6 Litern Hubraum (80 KW/109 PS) vor. Das Aggregat bringt den Wagen auch beladen flott in Fahrt und reicht für den Alltagsbetrieb allemal aus.

Besser von Hand schalten

Wer allerdings nicht zwingend ein Automatikgetriebe benötigt, sollte sich die 600 Euro für die elektronisch gesteuerte Sechsgang-Schaltung besser sparen und die Gänge von Hand einlegen. Der Automat mit dem kryptischen Kürzel EGS6 nervt bei Beschleunigungsvorgängen mit langen Schaltpausen und zwingt die Passagiere beim Gangwechsel immer wieder zum Kopfnicken. Eine "richtige" Automatik steht lediglich für den 120 kW/163 PS starken Top-Diesel zur Wahl.

Bernd Nusser