Der Handelskonzern Metro bereitet sich laut Medienberichten auf die Übernahme von 60 Karstadt-Warenhäusern vor. Die Gespräche mit Arcandor liegen jedoch weiterhin auf Eis.

"Alle Varianten werden geprüft. Es gibt aber noch keine Festlegung in welcher Richtung auch immer", sagte ein Sprecher der Metro AG der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf hinsichtlich einer möglichen Übernahme der Karstadt-Filialen.

Mit dem Karstadt-Mutterkonzern Arcandor gebe es derzeit keine Verhandlungen, nachdem die Gespräche vom Essener Handelskonzern bereits vor Wochen auf Eis gelegt worden seien. Deshalb handele es sich um "rein theoretische Überlegungen", erläuterte der Sprecher.

Metro möchte 60 Karstadt-Filialen übernehmen - dies betonte auch Kaufhof-Chef Lovro Mandac in einem Interview mit Der Handel.

Ärger mit dem Kartellamt vermeiden

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" könnte die Metro-Gruppe nach einer Karstadt-Pleite ausgewählte Häuser direkt vom Eigentümer Highstreet anmietet. Dann müsste die Metro- Tochter Kaufhof weder Waren, Verträge noch Mitarbeiter von Karstadt übernehmen.

Dies würde als "internes Wachstum" gelten. Der Düsseldorfer Konzern könnte in diesem Fall auf eine Fusionsanmeldung beim Bundeskartellamt verzichten, berichtete "Focus" vorab mit Verweis auf Metro-Fachleute.

Gespräche wurden ausgesetzt

Metro hatte sich vor der Pleite von Arcandor gegen Staatshilfen für das Essener Unternehmen ausgesprochen und bereits im Mai eine Vorstoß für eine Zusammenlegung von Karstadt- und Kaufhof-Filialen unternommen.

Die Arcandor AG hatte nach ihrem Insolvenzantrag Mitte Juni die Gespräche mit der Metro AG über Karstadt-Filialen ausgesetzt.

Redakteure von Der Handel besuchte mehr als 50 Karstadt-Häuser bundesweit. Die Reportage lesen Sie hier.

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