Sport2000 will bleiben, was es ist: Eine Verbundgruppe für den stationären Sportfachhandel. Eine zentrale E-Commerce-Plattform wird es vorerst nicht geben. 2012 wuchs die Kooperation.

Nicht nur den Textilhändlern macht das unberechenbare Wetter zu schaffen: Auch der Sportartikelhandel muss auf ausbleibende oder zu spät einsetzende Wintertemperaturen reagieren. "Macht euch weniger abhängig vom Winterwetter", lautete bereits 2012 das Motto der Verbundgruppe Sport2000. Für die angeschlossenen Händler galt das Motto: "Konzentration auf Weniger", ergo: Wintersportartikel zurückhaltender ordern.

Zudem wird auch bei Sport2000 deutlich, wie sehr die Branche internationale Sportgroßereignisse benötigt. So profitierte auch die Mainhausener Verbundgruppe 2012 von der Fußball-Europameisterschaft und den Olympischen Sommerspielen.

Die Deutschlandumsätze der Kooperation stiegen im Vergleich zu 2011 um 4,3 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro. Allerdings gab es beim zentralregulierten Umsatzvolumen einen Rückgang um 3,8 Prozent.

Gesicht zeigen

Für das gesteigerte Wachstum der Kooperation am Markt macht Geschäftsführer Andreas Rudolf die Dachmarkenstrategie "Zeig dein Gesicht" und das Kooperationsmodell "Freetail" verantwortlich.

Sport2000, das zur AWNR Group gehört, setzt auf verbindlichere Zusammenarbeit zwischen Händlern und Zentrale der Verbundgruppe. Rudolf hat seit 1. Januar mit dem Vertriebsfachmann Daniel Herrmann (früher Metro Group) einen zweiten Geschäftsführer an seiner Seite.

Wichtigstes Segment ist bei Sport2000 der Bereich Outdoor, der für 22 Prozent des Gesamtumsatzes steht und auch in diesem Jahr für moderates Wachstum und sichere Erträge sorgen soll.

Ähnlich wie bei der Konkurrenz von Intersport will auch die Mainhausener Kooperation die Kunden mit dem Thema Gesundheit aktivieren. Seit 2011 werden Händler im Rahmen der Initiative "Der gesunde Weg" zu sogenannten Gesundsport-Beratern zertifiziert.

Weniger Kunden in den Läden

Die Zukunft des Sportartikelhandels bedeutet für Geschäftsführer Rudolf nachlassende Kundenfrequenzen in den Läden und zunehmende Konkurrenz der Händler durch die Markenhersteller, die im Internet eigene Vertriebsaktivitäten ausbauen. Darauf will Rudolf reagieren mit neuen und emotionalen Flächenkonzepten.

Während Intersport ab diesem Jahr auf Multichannel setzt, wird Sport2000 "in naher Zukunft kein zentral geführtes E-Commerce betreiben", heißt es. Die Gruppe wolle vielmehr ein noch stärkerer Partner der Markenindustrie sein.

Noch bis Mittwoch (6.) trifft sich die Sportartikelbranche in München zur traditionellen Messe Ispo.