Die Verlagsgruppe Axel Springer übernahm die Mehrheit am Ladenzeile.de-Betreiber Visual Meta. Über den geschätzten Kaufpreis von 40 Millionen Euro können sich auch der Klingel Versand und die Samwer-Brüder freuen.

Springer kauft ein weiteres E-Commerce-Unternehmen: Die Verlagsgruppe hat die Mehrheit der Anteile an der Visual Meta GmbH erworben, meldet die Axel Springer AG. Das 2008 gegründete Unternehmen betreibt in sieben europäischen Ländern verschiedene Shoppingportale, unter anderem Ladenzeile.de.

Über Ladenzeile.de bieten derzeit eigenen Angaben zufolge 390 Onlineshop-Betreiber den Verbrauchern ihre Produkte in Bild- und Textform an. Der Portalbetreiber bekommt eine erfolgsabhängige Vergütung, wenn die Produkte aufgerufen werden. Konkurrenten für Ladenzeile.de sind Shoppingportale wie Fashion.de, Stylefruits.de und smatch.com.

78 Prozent für Springer

Springer sicherte sich nach Angaben des Internetportals deutsche-startups.de rund 78 Prozent an der Visual Meta GmbH und soll dafür rund 40 Millionen Euro gezahlt haben. "Visual Meta ist Marktführer, profitabel, dynamisch wachsend, gründergeführt und deshalb eine hervorragende Ergänzung in unserem Performance Marketing Portfolio", sagt Michael von Stern, Leiter Commerce im Geschäftsführungsbereich Elektronische Medien der Axel Springer AG.

Neben den Unternehmensgründern Robert M. Maier  und Johannes Schaback, die als geschäftsführende Gesellschafter langfristig im Unternehmen bleiben sollen, bleibt auch die HiddenMarkets UG Minderheitsgesellschafter des Start-ups.

Klingel Versand und Samwer-Brüder sind raus

Aus Ladenzeile.de ausgestiegen sind unterdesen neben dem Klingel Versand auch bisherige Mehrheitseigner Rocket Internet: Hinter dem Unternehmen stehen die Samwer-Brüder Alexander, Marc und Oliver, die zu den aktivsten Investoren und Gründern in der deutschen Webszene zählen.

So haben sie unter anderem den Onlineschuhhändler Zalando, das von Groupon übernommene Gutscheinportal Citydeal und die Online-Partnerbörse e-Darling auf den Weg gebracht. Die Samwer-Brüder sind zudem an deutsche-startups.de beteiligt, so dass die von dem Portal genannte Kaufsumme von 40 Millionen Euro stimmen dürfte.

Springer hatte im Frühjahr dieses Jahres bereits für geschätzte 25 bis 30 Millionen Euro die Mehrheit an der lokalen Prospektplattform kaufDa übernommen.