Die internationale Spionage in Datennetzen von Behörden und Unternehmen wird sich im kommenden Jahr zu einem der größten Sicherheitsprobleme überhaupt entwickeln.

Die internationale Spionage in Datennetzen von Behörden und Unternehmen wird sich im kommenden Jahr zu einem der größten Sicherheitsprobleme überhaupt entwickeln. Zu dieser Einschätzung kommt der IT-Sicherheitsspezialist McAfee in seinem kürzlich vorgelegten jährlichen "Virtual Criminology Report". Die Analyse der globalen Trends im Bereich der Computer- und Internetsicherheit aus dem vergangenen Jahr habe zudem deutlich gezeigt, dass zunehmend auch staatliche Stellen sowie diesen nahe stehende Akteure an Cyberspionage-Aktionen beteiligt sind. So nutzen von den insgesamt rund 200 Ländern der Welt dem aktuellen Bericht zufolge mittlerweile an die 120 das Netz zu Spionagezwecken. Ein Großteil der entsprechenden Webattacken geht dabei von China aus. Aber auch in Russland tue die Regierung immer noch viel zu wenig dafür, um der beständig wachsenden Zahl an Cyberkriminellen im eigenen Land entgegenzuwirken, heißt es von McAfee.

"Es ist sicher prinzipiell richtig, wenn davon gesprochen wird, dass in Russland nach wie vor noch zu wenig getan wird, um Internetkriminellen das Leben schwer zu machen. Insgesamt betrachtet ist das Interesse, das Web im eigenen Land sauber zu halten, aber auch dort vorhanden", erklärt Kaspersky-Virenanalyst Magnus Kalkuhl gegenüber pressetext. Der Einsatz des Internets für staatliche Spionagezwecke sei heute wohl bei keinem Land der Welt mehr wegzudenken. "Für Betroffene ist es allerdings nahezu unmöglich nachzuvollziehen, ob ein Cyberangriff von staatlicher oder privater Hand gesteuert wird", merkt Kalkuhl an. Die Suche nach einem globalen Sündenbock für die steigende Zahl an Internet-Sicherheitsattacken müsste dem Virenanalysten zufolge aber weitaus differenzierter durchgeführt werden. "Während Russland traditionell eher für Botnetz-Angriffe bekannt ist, stammen die meisten Attacken im Bereich des Online-Banking aus Südamerika. Bei Spionage-Aktivitäten führen die Spuren hingegen sehr oft nach China", fasst Kalkuhl zusammen.