Den Versandhändler Quelle gibt es zwar nicht mehr. Trotzdem müssen noch einige Vorkommnisse aus der Vergangenheit des Unternehmens geklärt werden. So soll ein ehemaliger Manager verbotene Zusatzhonorare eingestrichen haben.

Die Nürnberger Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Untreue gegen eine ehemalige Führungskraft des insolventen Versandhändlers Quelle. "Mitte 2010 wurde im Auftrag des Insolvenzverwalters Anzeige erstattet gegen einen ehemaligen Manager des Quelle-Konzerns", bestätigte die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, Antje Gabriels-Gorsolke, am Montag einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel".

Der Geschäftsführer eines Schweizer Tochterunternehmens soll sich Ende 2009 Zusatzhonorare im unteren sechsstelligen Bereich genehmigt haben.

Anwalt sieht keine rechtswidrigen Handlungen seines Mandanten

Laut "Spiegel" handelt es sich dabei um 200.000 Euro, die der Präsident des Verwaltungsrats der Quelle Schweiz sich rechtswidrig über Bonuszahlungen und Honorare habe zukommen lassen - zu einem Zeitpunkt, als der Fürther Konzern schon insolvent war.

Der Anwalt des Managers bestreitet dem "Spiegel" zufolge rechtswidrige
Handlungen: "Die Schweizer Verträge sahen Bonuszahlungen für meinen Mandanten vor. Diese Verträge waren unabhängig von der Insolvenz der Muttergesellschaft." Weitere Einzelheiten waren von der Staatsanwaltschaft nicht zu erhalten.

Im Zuge der Insolvenz der Konzernmutter Arcandor meldete auch Quelle Insolvenz an. Ende 2009 wurde der Geschäftsbetrieb des traditionsreichen Versandhändlers eingestellt.