Schlecker darf weiter auf Staatsgelder hoffen: Die betroffenen Bundesländer und der Bund loten eine Lösung zur Finanzierung der Transfergesellschaft für entlassene Mitarbeiter aus.

Das Ringen zwischen Bund und Ländern um Staatsgeld für eine Schlecker-Transfergesellschaft könnte auf einen Kompromiss hinauslaufen. "Wir sind optimistischer als zu Beginn der Woche, dass Bund und Länder eine gemeinsame Lösung hinbekommen", sagte ein Sprecher des Stuttgarter Finanzministeriums am Freitag. Es gebe allerdings noch keinen Durchbruch.

Laut Medienberichten ist das Bundesfinanzministerium bereit, einen Kredit der staatlichen Förderbank KfW in Höhe von 71 Millionen Euro möglich zu machen, wenn die Länder dafür bürgen. Der Kredit wurde zunächst einmal verweigert.

Baden-Württembergs Finanzminister Nils Schmid (SPD) will nun die anderen Landesregierungen überzeugen, dieses Risiko zu übernehmen. Am kommenden Montag träfen sich Staatssekretäre der betroffenen Länder in Berlin.

Ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums sagte in Berlin, der Bund wäre über die Agentur für Arbeit an einer Transfergesellschaft beteiligt, indem sie das "Transferkurzarbeitergeld" sowie Mittel für Qualifikationsmaßnahmen bereitstellen würde.

Verdi ringt weiter um Sozialplan

In Kassel beraten Vertreter des Schlecker-Gesamtbetriebsrats und von Verdi am Wochenende über den geplanten Abbau von 11.750 Jobs bei der insolventen Drogeriemarktkette. Am Sonntag wollen sie erste Ergebnisse bekanntgeben.

Sie wollen einen ausgeglichenen Sozialplan erreichen und fordern ebenfalls eine Transfergesellschaft samt Finanzierung durch die öffentliche Hand. Rund 2.000 Filialen werden bereits am 24. März schließen. In diesen Standorten läuft gerade der Abverkauf.

Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz will bis Anfang der Woche Klarheit darüber, welche Mitarbeiter gehen. Sollten sie in einer Transfergesellschaft landen, rechnet er sich bessere Chancen für die Verhandlungen mit möglichen Investoren aus. Da das Insolvenzverfahren spätestens am 1. April eröffnet wird, drängt die Zeit.

Schlecker-Patriarch "unbeliebtester Manager"

Der Gründer der insolventen Drogeriekette, Anton Schlecker, gilt laut einer Umfrage der Zeitung "Handelsblatt" als der mit Abstand unbeliebteste Unternehmer in Deutschland. Nur vier Prozent halten ihn für einen idealen Unternehmer.

Ein "idealer" Manager sei dagegen etwa der Gründer des Schlecker-Konkurrenten dm, Götz Werner, mit 87 Prozent Zustimmung. Für die Umfrage befragte Forsa in dieser Woche mehr als 1.000 Bürger im Auftrag der Zeitung.