Die Kaffeehaus-Kette aus den USA denkt in Sachen Mobile nicht Tall, auch nicht Grande - sondern Venti. Auch beim Mobile Payment.  Das funktioniert bei Starbucks nämlich außerordentlich gut.


Mobile ist mehr als bloß ein trendiges Buzzword. Mobile mausert sich zum ist ein Must-have. Insbesondere der Bezahl-Aspekt spielt eine zunehmend wichtige Rolle – zum Beispiel in der Gastronomie. Starbucks hat im US-Markt früh eine Mobile-Payment-Strategie entwickelt und dem Bezahlen mit der Kundenkarte schon im Jahr 2011 das Bezahlen mit dem Smartphone folgen lassen. Mit Erfolg, wie aktuelle Zahlen jetzt belegen.

13 Millionen Kunden bezahlen ihren nicht ganz günstigen Kaffee inzwischen mit dem Smartphone und der darauf installierten Starbucks-App. Über 47 Millionen Transaktionen kommen da Woche für Woche zusammen. Auch in Relation zu anderen Bezahlvarianten zeigt sich der Erfolg: Denn immerhin bei 16 Prozent aller Einkäufe wird das Smartphone zum Scannen hingehalten.

Bezahle und bleib uns treu

Die Starbucks-Kunden in Deutschland mussten sich leider etwas gedulden, bis das mobile Bezahlen mit dem Allround-Gerät in der Hosentasche möglich war. Seit Ende des letzten Jahres ist das nun endlich möglich.

Die Funktionsweise ist simpel: Man eröffnet ein Kundenkonto, lädt das Guthaben auf und schon funktioniert das Ganze. Damit sich das mobile Bezahlen auch für Starbucks lohnt – neben geringen Transaktionsgebühren, die noch weiter sinken werden, da Starbucks nicht mehr auf den Mobile-Payment-Anbieter Square, sondern auf eine eigene Lösung setzt – sammelt die App einige Daten. Wo hält sich der Nutzer auf (und damit: Wo könnte er zur nächstgelegenen Filiale gelotst werden)? In welcher Filiale hat er welche Produkte gekauft und wie oft? Das und mehr erlaubt es Starbucks, individuelle Profile zu erstellen und eventuell auch individuelle Angebote zu unterbreiten.

Für den Kunden kann die App neben der simplen Bezahlfunktion sinnvoll sein, weil sie immer die nächste Filiale anzeigt und den regelmäßigen Kaffeekonsum mit Sternen und einem bestimmten Status belohnt bekommen, der sich wiederum in speziellen Angeboten oder Gratis-Kaffee auszahlt. Ein Treue-Programm also, das für eine höhere Kaufkraft sorgen soll.

Wie Starbucks neulich mitgeteilt hat, will man Kunden das Kaufen in den nächsten zwei Jahren noch bequemer machen. Zum Beispiel sollen sie außerhalb des Laden bestellen und bezahlen können, um sich den Kaffee quasi nur noch abholen zu müssen. Ein höherer Durchlauf mit größerem Umsatz ist das erklärte Ziel.

Großes Potential

Starbucks setzt dafür auf eine eigens entwickelte Mobile-Payment-Lösung. Und damit sich die Arbeit auch so richtig lohnt, soll das System an andere Unternehmen bzw. Gastronomien verkauft werden. Die Pläne zeigen, in welche Richtung sich die globale Kaffeehaus-Kette bewegt: Mobile ist zentrales Element der Zukunftsstrategie.

Davon könnten sich andere Unternehmen eine Scheibe abschneiden. Denn es werden zwar immer mehr Angebote auf den Markt gespült und vereinzelt Pilotprojekte durchgeführt, aber die breite Masse an Nutzern erreichen die Unternehmen noch eher selten.

Aktuelle Studien und Umfragen wie zum Beispiel der „Consumer Barometer“ von KPMG und der IFH Köln zeigen zwar, dass das Potential mobiler Bezahllösungen sehr groß ist – und man rechnet auch mit einem enormen Wachstum in den nächsten Jahren – aber Mobile Payment derzeit tatsächlich nur zögerlich genutzt wird. Und das, obwohl das Beispiel Starbucks zeigt, dass Mobile Payment in Kombination mit gewissen Kunden-Anreizen – bei Starbucks also das Treue-Programm sowie Service-Aspekte wie der Filial-Lotse – funktionieren kann. Für Unternehmen und Kunden.