Das erste und zweite Quartal war für die Versand- und Onlinehändler schon nicht schlecht. Doch im dritten konnte die Branche noch mal zulegen - und freut sich nun auf das traditionell starke Weihnachtsgeschäft.

Nach einem umsatzstarken ersten Halbjahr freuen sich die im Internet aktiven Händler über noch einmal steigende Umsätze im dritten Quartal: Im Zeitraum von Juli bis September 2011 erzielten die Online- und Versandhändler einen Umsatz von 8,098 Milliarden Euro, meldet der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) anlässlich der Messe "Mail Order World", die am Mittwoch in Wiesbaden eröffnet wird.  Davon seien 5,150 Milliarden Euro im Bereich E-Commerce erzielt worden – was einem Anteil von 63,6 Prozent entspricht.

"Auch wenn das dritte Quartal das bisher umsatzstärkste in diesem Jahr war, muss trotzdem erwähnt werden, dass die Umsätze der einzelnen Quartale sehr dicht beieinander liegen", erläutert bvh-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer. "Wir richten nun gespannt den Blick nach vorn zum letzten und umsatztechnisch relevantesten Quartal in diesem Jahr. In Kürze beginnt das Weihnachtsgeschäft. Aus der Erfahrung der vergangenen Jahre gehen wir aktuell davon aus, dass der Quartalsumsatz des dritten Quartals noch einmal getoppt werden kann."

Bekleidung weiterhin umsatzstärkste Warenggruppe

Die umsatzstärkste Warengruppe ist demnach Bekleidung/Textilien/Schuhe mit 2,728
Milliarden Euro, gefolgt von Medien, Bild- und Tonträgern mit 792 Millionen Euro. Es folgt die Sparte Computer und Zubehör mit 682 Millionen Euro, Unterhaltungselektronik/ Elektronikartikel mit 681 Millionen Euro sowie auf Platz fünf Möbel und Dekorationsartikel mit einem Umsatz von 568 Millionen Euro.

Im Vergleich zum zweiten Quartal 2011 legten die Haushaltsgeräte im dritten Quartal um 195 Prozent zu. Die Umsätze mit Drogerieartikeln, Kosmetik und Parfum stiegem im Vergleich zum zweiten Quartal um 98 Prozent sowie Möbel und Dekorationsartikel um 76 Prozent.

Digitale Dienstleistungen

Berücksichtigt man für das dritte Quartal zudem digitale Dienstleistungen wie Klingeltöne, Musikdownloades, Apps und Computersoftware, kommen zu den 8,098 Milliarden Euro Umsatz noch einmal 190 Millionen Euro hinzu. Damit liege der reine E-Commerce-Umsatz dann bei 5,340 Milliarden Euro, der Gesamtumsatz für das 3. Quartal bei 8,288 Milliarden Euro.

In den ersten drei Quartalen beträgt der Umsatz des Online- und Versandhandels insgesamt 24,097 Milliarden Euro. Der durchschnittliche Anteil des E-Commerce liegt demnach von Januar bis September 2011 bei 65 Prozent und entspricht einem Umsatz von 15,670 Milliarden Euro.

Ausgehend von den bisherigen Umsatzzahlen des "Interaktiven Handels", wie der Verband den Distanzhandel neuerdings nennt, rechnet der bvh für das Gesamtjahr nach wie vor mit einem Gesamtumsatz von mehr als 32,2 Milliarden Euro, was ein Plus von 7 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010 entspräche. Der reine E-Commerce-Anteil werde dann um 15 Prozent steigen und bei 21,1 Milliarden Euro liegen.