Die 1.000 größten stationären Vertriebslinien in Deutschland erwirtschaften rund drei Viertel des gesamten Handelsumsatzes. In der Top 10 gibt es kaum Veränderungen, in der Drogeriebranche schon.

Der E-Commerce mag boomen und kontinuierlich mit zweistelligen Wachstumsraten aufwarten, doch der Einzelhandel in Deutschland ist nach wie vor geprägt durch den stationären Vertrieb. Die Top 1.000 der stationären Vertriebslinien erwirtschafteten im Jahr 2012 einen Netto-Umsatz in Höhe von 272 Milliarden Euro. Das geht aus einer aktuellen Studie des EHI Retail Institute hervor.

In Bruttoumsätzen gerechnet erlöst die Gruppe der Top 1.000 damit knapp drei Viertel gesamten Einzelhandelsumsatzes von 428 Milliarden Euro. Auch wenn Online- und Versandhandel zunehmend Marktanteile gewinnen und ihr Wachstum sich 2011/2012 noch einmal deutlich beschleunigte, sind weniger als die Hälfte der untersuchten Vertriebslinien im E-Commerce aktiv. Insgesamt besitzen nur rund 43 Prozent der Händler mindestens einen Onlineshop. Bei Nonfood-Händlern liegt der Anteil bei 55 Prozent, von den Lebensmitteleinzelhändlern verkaufen dagegen nur 16 Prozent ihre Waren online.

Stabile Top 10, Bewegung in der Drogeriebranche

Das Ranking der Top 10 im stationären Einzelhandel zeichnet sich durch Kontinuität aus und ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Einziger Nonfood-Anbieter unter den 10 umsatzstärksten Vertriebslinien ist nach wie vor der Elektronikhändler Media Markt.

Quelle: EHI / Statista
Quelle: EHI / Statista
Im weiteren Ranking gibt es durchaus Dynamik: Die größte Bewegung im Markt liegt im Bereich "Körper & Gesundheit": die Top 4 Drogeriemärkte in Deutschland (dm, Rossmann, Müller und Budnikowsky) profitieren von der Schlecker-Insolvenz und erzielen alle deutliche Umsatzzuwächse, teilweise im zweistelligen Bereich. Die Top 100 stationären Vertriebslinien kommen insgesamt auf einen einstelligen Umsatzanstieg von soliden 3,4 Prozent.

Der schwedische Modekonzern Hennes & Mauritz (H&M) erwirtschaftet in Deutschland mit der Vertriebslinie H&M einen stationären Umsatz in Höhe von knapp 3 Milliarden Euro und ist damit führend  in der Branche "Mode & Accessoires". In der drittgrößten Branche "DIY & Einrichten" führt Ikea mit seinen 46 deutschen Filialen und einen stationären Umsatz von 3,2 Milliarden Euro. Knapp jede 10. Vertriebslinie der Untersuchung stammt aus der Branche "Haushalt und Freizeit".

Wachsendes Bio-Geschäft

Der Lebensmitteleinzelhandel hat einen Umsatzanteil von knapp 32 Prozent am gesamten Einzelhandelsumsatz und ist damit erwartungsgemäß die stärkste Branche. Dabei ist zu berücksichtigen, dass SB-Warenhäuser, Discounter und Supermärkte vermehrt auch Umsätze im Non-Food Bereich erwirtschaften.

Die Vertriebslinie Edeka mit einem Umsatz von 22,6 Milliarden Euro ist Branchenprimus. Darüber hinaus sind Bio-Lebensmittel weiter im Trend. Erstmals haben sie 2012 die Umsatzschwelle von 7 Milliarden Euro überschritten. Natur- und Biomarkt-Vertriebslinien können sich über Umsatzzuwächse freuen.

Der bestplatzierte Bio-Supermarktbetreiber in dem diesjährigen Umsatzranking ist Alnatura auf Platz 67 der Top-1.000 Vertriebslinien im stationären Einzelhandel. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies ein Wachstum von 11 Prozent. Damit entwickelt sich Alnatura wesentlich besser als der deutsche Lebensmitteleinzelhandel und gehört in einem wettbewerbsintensiven Umfeld mittlerweile zu den Top 30-Unternehmen des deutschen Lebensmitteleinzelhandels.

Für die Studie haben das EHI und Statista umfassende Befragungen und empirische Erhebung durchgeführt. Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier.