Online bestellen, im Ladengeschäft abholen: Jeder vierte Onlinekunde hat das so genannte Click & Collect bereits praktiziert, zeigt eine aktuelle Umfrage. Händler profitieren dabei von zusätzlichen Käufen im Laden.

Etwas mehr als jeder vierte Verbraucher (27 Prozent) hat schon mindestens einmal ein Produkt online bestellt und anschließend im Ladengeschäft abgeholt. Bei den 14- bis 49-Jährigen mit 32 Prozent sogar knapp jeder Dritte. Und neun Prozent der Konsumenten nutzen das so genannte Click & Collect bereits häufiger, so das Ergebnis einer Konsumentenumfrage im Rahmen des Ebay-Projekts "Die Zukunft des Handels".

In Zukunft wird demnach Click & Collect nach Ansicht von 88 Prozent der Verbraucher weiter an Bedeutung gewinnen. Davon würde der stationäre Handel profitieren: Bei der Abholung einer Bestellung im Ladengeschäft haben gut die Hälfte der Verbraucher  bereits mindestens einmal zusätzliche Produkte gekauft, davon rund jeder Fünfte schon häufiger. Bei diesen Zusatzkäufen handele es sich mehrheitlich um Spielzeug, Werkzeug, Bücher, sowie Kosmetik und Arzneimittel. 

Wettbewerbsvorteil Multichannel

Multichannel-Angebote wie Click & Collect werden demnach für Händler zunehmend zum Wettbewerbsvorteil: "Die Verbraucher möchten heute über alle Kanäle einkaufen und die verschiedenen Kanäle dabei auch ergänzend nutzen können", erläutert Martin Barthel, Manager bei Ebay Deutschland. "Click & Collect kann dabei vor allem den stationären Handel stärken, weil viele Konsumenten im Ladengeschäft weitere Produkte kaufen."
 
Der Marktplatzbetreiber arbeite daher auch an der Umsetzung von Click & Collect-Konzepten für stationäre Händler: "Unsere Kunden sollen die Möglichkeit haben, Waren auf unserem Marktplatz zu bestellen, diese dann aber direkt im Ladengeschäft abzuholen", so Barthel.

Versandkosten wichtig für Konsumenten

Der Umfrage zufolge haben darüber hinaus die Versandkosten eine besonders hohe Bedeutung beim Onlinehandel. So würden mehr als zwei Drittel der Verbraucher öfter online oder mobil bestellen, wenn sie statt angemessener Versankosten keine Gebühren zu zahlen hätten. Dagegen würde eine Lieferung noch am selben Tag anstatt innerhalb weniger Tage nur knapp die Hälfte der Verbraucher dazu anregen, häufiger online oder mobil zu bestellen. "Den Verbrauchern ist also ein kostenloser Versand wichtiger als eine schnelle Lieferung", folgert der Marktplatzbetreiber.

Insgesamt wird die Logistik für den Handel besonders aufgrund der steigenden Bedeutung von Multi-Channel Ansätzen immer wichtiger, ist Jens Krüger, Managing Director bei TNS Infratest, überzeugt: "Über mobile und Onlinekanäle können Verbraucher jederzeit und überall einkaufen. Dabei erwarten sie, dass die Logistikleistung sich auf ihre wachsende Mobilität einstellt."
 

Optimierungspotenzial auf den letzten Metern

Besonders auf der ‚letzten Meile‘ der Lieferung, also dem Transport bis zur Haustür, gebe es noch beträchtlichen Verbesserungsbedarf: Nur wenige Pakete kommen demnach beim ersten Zustellversuch an. "Dadurch entstehen für die Zusteller hohe Kosten und für die Kunden Unbequemlichkeiten, wenn sie etwa ihr Paket in der Postfiliale abholen müssen", so Krüger. "Click & Collect Modelle und Packstationen sind erste Lösungsansätze, in Zukunft wird es jedoch noch viel ausgefeiltere Modelle geben."

So sei etwa eine Einflussnahme des Kunden auf Zeitpunkt und Ort der Zustellung über eine Onlinetracking-Tool denkbar. "Oder auch persönliche Paketboxen direkt am Wohnhaus."