Das Statistische Bundesamt hat die Erfassung seiner Statistik für den Einzelhandel geändert. Das hat Folgen für die bisherigen Ergebnisse: Die Branche steht plötzlich viel besser da, als angenommen.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtet, wurde eine jährliche Rotation der befragten Unternehmen bei der monatlichen Handelsstatistik eingeführt. Zudem wurde die Zusammensetzung des neuen Berichtskreises auf die aktuellen Strukturen des Einzelhandels umgestellt. Der bisherige Berichtskreis war noch auf die Strukturen aus dem Jahr 2003 abgestimmt.

In den vorläufigen Juli-Einzelhandelsergebnissen war der neue Berichtskreis nur für den Monat Juni 2010 berücksichtigt. Nun liegen dem Amt Ergebnisse aus diesem neuen Kreis der Unternehmen rückwirkend bis Januar 2009 vor.

Bessere Ergebnisse als bisher

Daraus ergeben sich Änderungen in den bisher veröffentlichten Daten. Danach lag der Umsatz im Einzelhandel in Deutschland im Juni 2010 nominal um 5,3 Prozent und real um 4,7 Prozent höher als im Juni 2009.

Die vorläufigen Ergebnisse wiesen bisher lediglich ein Plus von 3,8 Prozent nominal und 3,1 Prozent real gegenüber dem Vorjahresmonat nach. Im Vergleich zum Mai 2010 sank demnach der Umsatz im Juni 2010 nominal um 0,5 Prozent und real um 0,3 Prozent.

Das gilt nun nicht mehr: Denn nach den neuen Ergebnissen wurde im ersten Halbjahr 2010 nominal 1,8 Prozent und real 0,9 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2009 umgesetzt. Laut vorläufigem Juli-Ergebnis waren es nominal plus 0,5 Prozent und real minus 0,4 Prozent.

Genaues weiß man nicht - noch nicht

Durch die Rotation sei die Studie jetzt deutlich repräsentativer, unterstreicht das Amt. Aufgrund dieser Maßnahmen liege die Umsatzentwicklung der Branche generell höher als bisher ermittelt.

Gleichzeitig warnt Destatis aber, dass "erfahrungsgemäß ein Teil der neuen Stichprobenunternehmen seine Angaben zunächst nicht zeitgerecht zur Verfügung stellt". Die Umsätze für den Juni weisen darum etwas größere Schätzanteile auf als im Durchschnitt der ersten Monate dieses Jahres.

Das heißt, dass die Messergebnisse nach dem Austausch der Schätzungen durch die Meldungen dieser Unternehmen wahrscheinlich zurückgehen werden.