Die Katag AG, Europas größte Verbundgruppe für Textilhändler, rechnet aufgrund höherer Baumwollpreise mit einer deutlichen Verteuerung in der Modebranche. Auch die Discounter müssten die Preissteigerungen an die Verbraucher weitergeben.

Die Deutschen werden für Mode künftig spürbar mehr ausgeben müssen, prognostiziert Daniel Terberger, Vorstandsvorsitzender der Katag AG, einer der größten Einkaufskooperationen für mittelständische Modehändler in Europa.

"Nachdem die Preise in den vergangenen Monaten durchschnittlich schon um rund fünf Prozent gestiegen sind, wird Mode bis Ende 2012 noch einmal rund zehn Prozent teurer", sagt Terberger. Hauptgrund für die Preissteigerungen sind laut Terberger die steigenden Baumwollpreise. Diese hätten sich im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht.

Verteuerung um zehn Prozent

Ausschlaggebend dafür seien schlechte Ernten, reduzierte Anbauflächen und die steigende Nachfrage aus China und Indien. Mit dem Anspringen der Weltwirtschaft zögen zudem die Arbeits- und Logistikkosten an. Mit Entspannung sei auch im Folgejahr nicht zu rechnen. Die Nachfrage nach Rohstoffen steige weiter stark.

Der Einzelhandel hat nach Angaben Terbergers bislang erst ein Drittel der gestiegenen Einkaufskosten an den Endverbraucher weitergegeben. Die Verbundgruppe  aus Bielefeld rechnet angesichts des Kostendrucks ab Anfang 2012 mit einer Marktbereinigung und dem Aus für viele Modehändler.

Marktbereinigung in der Modebranche in Sicht

Im mittleren Preissegment werden solide finanzierte Einzelhändler vorübergehend mit geringeren Margen durchhalten und auf eine Marktbereinigung setzen, so Terberger. Stark fremd finanzierte Wettbewerber würden trotz Ausweichstrategien als erste einbrechen und vom Markt verschwinden.

"Die Margen der Textil-Discounter geraten am stärksten unter Druck", urteilt Terberger. "Produktions- und Logistikkosten schlagen hier mit rund 50 Prozent des Warenwertes erheblich ins Gewicht." Die gut gefüllten "Kriegskassen" der Textil-Discounter hätten die Preise zwar seit Monaten stabilisiert. „Auf Dauer kann aber niemand draufzahlen. Noch in diesem Jahr werden die Discounter die Preise heben," so Terberger. Er rechnet mit einem Anstieg um deutlich über 5 Prozent.

Unbeeindruckt vom Preisauftrieb zeige sich dagegen das Luxussegment. Die Kundschaft sei krisenfest. Die Herstellungs- und Transportkosten lägen bei rund 20 Prozent des Verkaufpreises. Selbst eine Verdoppelung der Produktionskosten fiele da nicht so stark ins Gewicht.