Dem Modekonzern Steilmann gehört nun fast die Hälfte der Adler-Aktien. Trotzdem beteuern beide Seiten, dass die Strategie des fränkischen Textilhändlers davon unberührt bleibe.

Nach einigem Hin und Her ist es nun endgültig: Die Steilmann-Gruppe ist neuer Hauptaktionär der Adler Modemärkte AG. Das Unternehmen besitzt laut Adler-Mitteilung 49,96 Prozent der Aktien des Haibacher Textilhändlers, die vom Finanzinvestor BluO erworben wurden.

Die Kartellbehörden haben dem Kauf zugestimmt, teilt das fränkische Unternehmen mit. Unabhängig davon laufe noch die Angebotsfrist für das Steilmann-Angebot an die übrigen Adler-Aktionäre. Zuletzt hatte der Vorstand von Adler das Übernahmeangebot abgelehnt, weil ihm der Preis pro Aktie zu niedrig war.

An diesem Montag heißt es dazu: Adler habe in seiner Stellungnahme lediglich den Angebotspreis in Höhe von 6,29 Euro für die Aktien der übrigen Aktionäre, den die Steilmann-Gruppe im Rahmen ihres freiwilligen Übernahmeangebots ausgelobt hatte, als "nicht angemessen" bezeichnet. Dieser Preis bilde nach Auffassung von Adler nicht das langfristige Wertpotenzial des Unternehmens ab.

Adler-Strategie soll fortgesetzt werden

Die beiden neuen Partner sehen insbesondere bei Beschaffung und Produktion gemeinsame Synergien, heißt es laut Mitteilung. Vorstand und Aufsichtsrat von Adler begrüßten, dass Steilmann die Unternehmensstrategie von Adler als eigenständiges, im Prime-Standard der Frankfurter Börse gelistetes Unternehmen, wie auch das Geschäftsmodell des Unternehmens fortführen will.

Die Adler Modemärkte AG setzte 2012 mit rund 4.400 Mitarbeitern  506,1 Millionen Euro um und erzielte ein EBITDA von 35,5 Millionen Euro. Das Unternehmen betreibt derzeit 170 Modemärkte, davon 141 in Deutschland, 26 in Österreich, zwei in Luxemburg, einen in der Schweiz sowie einen Online-Shop. Das Unternehmen konzentriert sich auf Großflächenkonzepte über 1.400 Quadratemeter Verkaufsfläche.