Der Handelskonzern Metro baut weiter Arbeitsplätze ab - und wieder trifft es die Großmarktsparte Cash & Carry. Der für den Großhandel zuständige Vorstand muss seinen Hut nehmen. (Aktualisiert)

Knapp 240 Jobs, die in diesem Jahr etwa durch das Erreichen des Rentenalters frei werden, sollten nicht wieder neu besetzt werden, sagte ein Unternehmenssprecher am Wochenende. Er bestätigte damit im Wesentlichen einen Bericht der Zeitschrift "Wirtschaftswoche".

Der bisherige Chef der Großhandelssparte scheidet zudem zum Monatsende im "gegenseitigen Einvernehmen" aus dem Vorstand des Unternehmens aus, teilte die Metro AG am Montag mit. Hintergrund sei ein Umbau des Vorstandes: Konzernchef Olaf Koch übernimmt demnach auch die operative Leitung der umsatz- und ertragsstärksten Metro-Tochter, Metro Cash & Carry.

Beide Positionen würden zusammengelegt. Muller gehörte dem Vorstand des größten deutschen Handelskonzerns seit 2006 an. Schon seit längerem befindet sich Metro auf Sparkurs, bereits 2012 kündigte der Konzern den Abbau von rund 800 Stellen in der Düsseldorfer Zentrale an.

"Zahlen sind katastrophal"

Nun sollten mit Hilfe der "jährlichen Fluktuation" im Cash-&-Carry-Bereich weiter Stellen "passiv abgebaut" werden, sagte der Sprecher. Zusätzlich wolle der Konzern seinen Großmärkten durch Neuordnungen des Sortiments und stärkerer Kundenbetreuung zu neuem Aufschwung verhelfen.

Als Grund für die Personalmaßnahmen gelten nach Informationen der "Wirtschaftswoche" intern die schlechten Ergebnisse der Sparte. "Die Zahlen national sind katastrophal", heiße es in einem Schreiben des Betriebsrates.

An diesem Mittwoch will Metro-Chef Olaf Koch die Konzernbilanz für das Geschäftsjahr 2012 vorstellen.