Bei dem angeschlagenen Filialisten Strauss Innovation werden rund 200 Mitarbeiter ihren Job verlieren. Es soll aber mehrere "ernsthafte Interessenten" für die Handelskette geben, die Rettungsbemühungen seien auf gutem Weg. (Aktualisiert)

Die angeschlagene Handelskette Strauss Innovation wird bis zur Jahresmitte 17 ihrer insgesamt 96 Filialen schließen und 200 Mitarbeiter entlassen. Durch ein zügiges Insolvenzverfahren hofft das Unternehmen aber, die restlichen gut 1.200 Arbeitsplätze erhalten zu können, wie der für die Sanierung des Unternehmens zuständige Manager, Hans Peter Döhmen, am Dienstag mitteilte. Damit bestätigte er einen Bericht der "Rheinischen Post".

Die Leitung der Handelskette hatte Ende Januar ein Schutzschirm-Verfahren beantragt, um das mit hohen Verlusten kämpfende Unternehmen neu ausrichten zu können. Döhmen sieht die Rettungsbemühungen auf einem guten Weg. Die wesentlichen Sanierungsbeiträge der Gläubigergruppen seien verhandelt, teilte er mit. Das Unternehmen hoffe nun, das bevorstehende Insolvenzverfahren in  Eigenverwaltung bereits bis zur Jahresmitte abschließen zu können.

"Mehrere ernsthafte Interessenten"

Nach Firmenangaben gibt es mehrere ernsthafte Interessenten für die Handelskette.
Sie sollen nun die Möglichkeit bekommen, das Konzept zur Neuausrichtung zu
prüfen. Kern des Sanierungskonzeptes ist es, Strauss Innovation künftig mit 79
Filialen und 1.200 Mitarbeitern bundesweit fortzuführen. Die Handelskette solle
dabei wieder "innovativer und mutiger" in der Auswahl der Produkte werden,
sagte Döhmen.

Der Sanierungsexperte hatte bereits vor einigen Wochen deutliche Kritik an der
Unternehmenspolitik der vergangenen Jahre geäußert. Strauss Innovation habe zu viele Rabattaktionen gefahren, die die Gewinnspanne aufgefressen hätten. Die Manager hätten versucht, das Unternehmen als Discounter zu etablieren. Doch dies sei der falsche Weg gewesen. Nach seinen Angaben machten manche Filialen bis zu einer halben Million Euro Verlust.

Qualifizierungsgesellschaft geplant

Der größte Teil der Mitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz verlieren, soll die Möglichkeit
erhalten, für sechs Monate in eine Qualifizierungsgesellschaft zu wechseln. Geschlossen werden sollen die Geschäfte in Aachen und Mönchengladbach-Rheydt im Nordwesten, Bremen-Vegesack, Hannover-Ernst-August-Galerie sowie Laatzen im Norden, Mannheim, Viernheim, Karlsruhe, Böblingen, Augsburg, Regensburg, Rosenheim, Bad Homburg und Darmstadt im Süden, sowie Dresden HBF, Berlin-Neues Kranzlereck und das Outlet Berlin-Hellersdorf im Osten.