Bei einem Treffen der International Standardization Organization (ISO) zum Thema WLAN-Verschlüsselungsstandards ist es zu einem Eklat mit der chinesischen Delegation gekommen. Wie erst jetzt bekannt wurde, haben die chinesischen Teilnehmer das Technologie-Treffen, das vergangenen Donnerstag in Prag einberufen wurde, kurzerhand wieder verlassen, nachdem sie sich von den westlichen Teilnehmern unfair behandelt gefühlt hatten.

Bei einem Treffen der International Standardization Organization (ISO) zum Thema WLAN-Verschlüsselungsstandards ist es zu einem Eklat mit der chinesischen Delegation gekommen. Wie erst jetzt bekannt wurde, haben die chinesischen Teilnehmer das Technologie-Treffen, das vergangenen Donnerstag in Prag einberufen wurde, kurzerhand wieder verlassen, nachdem sie sich von den westlichen Teilnehmern unfair behandelt gefühlt hatten. Auslöser für die Verstimmung ist ein Streit um einen internationalen WLAN-Verschlüsselungsstandard. Während China den eigenen Standard WAPI durchbringen will, dürfte das Rennen für den US-basierten IEEE-Standard 802.11i bereits gelaufen sein.

"In dieser extrem unfairen Atmosphäre ist es sinnlos, dass die chinesische Delegation weiter an diesem Treffen teilnimmt", hieß es in einer offiziellen Aussendung der Chinesischen Behörden. Bereits vor zwei Wochen haben die Chinesen Einspruch gegen eine internationale Abstimmung im März dieses Jahres erhoben. Damals hatten sich 17 der 25 befragten Länder gegen den chinesischen und somit für den US-basierten IEEE-Standard ausgesprochen. Diese 17 Länder waren bei dem Prager Gipfel eingeladen gewesen, ihre Position noch einmal zu überdenken. Als bei dem Treffen allerdings ganze sieben Länderdelegationen auftauchten, reisten die chinesischen Gesandten postwendend ab und warfen den USA erneut vor, ihre Machtposition auszunutzen.

Bei der Entscheidung über einen zukünftigen WLAN-Verschlüsselungsstandard geht es für die besagten Länder um enorm viel, da theoretisch alle drahtlosen Geräten davon betroffen sein werden. China will die für die Technologie fällige Lizenzgebühr unter keinen Umständen ins Ausland abführen und ist der Ansicht, dass der eigene Standard dem neuen 802.11-Standard sicherheitstechnisch überlegen ist. Die IEEE kann diese Ansicht naturgemäß nicht teilen und verurteilte in einer eigenen Stellungnahme das Verhalten der chinesischen Delegation. Der Veranstalter des Treffens, die ISO, war ihrerseits zu keinem Kommentar bereit. (KC)