Der Barcode wird dieser Tage 35 Jahre alt. Im kommenden Jahr bekommt er mit dem GS1 DataBar einen kleinen Bruder, der auch Obst und Kleinkram kassentauglich machen soll.

Ein Päckchen Kaugummi hat Handelsgeschichte geschrieben: „Als die 10er-Packung Wrigley’s Kaugummi am Scanfenster vorbeigezogen wurde und ein Laserstrahl den aufgedruckten Code einlas, begann eine neue Ära für den Einzelhandel“, sagt Lee Nicholson, Vice President der Marsh Supermarktkette in Indianapolis.

Trotz der etwas schwülstigen Formulierung hat er Recht: Er spricht von dem weltweit ersten Produkt, dessen Barcode Mitte 1974 an der Kasse eines Marsh Supermarktes im amerikanischen Troy (Ohio) mit dem neuen System eingescannt wurde. Heute gibt es im Handel fast kein Produkt mehr, das nicht über einen Strichcode verfügt und an einer Kasse ausgelesen werden kann.

Das neue System, das das Technologieunternehmen NCR im Frühjahr 1974 als erster Hersteller auf der Super Market Institute Ausstellung vorgestellt hatte, revolutionierte die Abläufe im Einzelhandel: Das Einlesen der Strichcodes beschleunigte die Kassenzyklen und gab dem Händler mehr Informationen an die Hand, die zum Beispiel für die Inventur, Kundenbindungsprogramme oder andere Vorgänge genutzt werden können.

Deutschland zog 1977 nach

In Deutschland einigten sich Handel und Industrie 1977 auf eine gemeinsame Sprache – die „European Article Number“ oder kurz EAN-Barcode, der dann am 1. Juli eingeführt wurde.

Auf dem deutschen Markt sind heute 98 Prozent der Lebensmittel und rund 80 Prozent der Nonfood-Produkte mit einem Barcode versehen. Dabei nutzen etwa 130.000 Unternehmen den Barcode; weltweit sind es rund eine Million.

Die Hersteller arbeiten dabei mit der Global Standards Community zusammen, der die GS1 (Global Standards One) voransteht. Die Organisation ist für die Vergabe der EAN-Codes zuständig und gestaltet globale Standards, die die Wertschöpfungsketten verbessern sollen. Die Organisation ist zudem weltweit für die Vergabe der EAN-Codes zuständig.

Barcode bekommt bald einen kleinen Bruder

Foto: GS1 Germany
Foto: GS1 Germany
Vom 1. Januar 2010 kommt der „kleine“ Barcode in den Handel, der so genannte GS1 DataBar. Er soll sich vor allem zur Kennzeichnung sehr kleiner und auch offener Produkte wie Obst und Gemüse, aber auch Kosmetik- oder Schmuckartikel und sogar zur Auszeichnung von Fleisch und Käse Frischetheke eignen.