Der Modehandel hat ein Problem: Die Profitabilität im stationären Handel geht zurück, gleichzeitig schneiden sich die Hersteller offline und online immer mehr selbst ein Stück vom Kuchen ab. Weitere Investments in der Fläche könnten sich da als Wachstumsstrohfeuer entpuppen. Denn alle Zeichen stehen auf E-Commerce. Dazu liefert die Strategieberatung Booz & Company mit der Studie "Die Modebranche im Umbruch" eine Prognose mit geradezu irrwitzigen Zahlen.


Laut Booz & Company wird sich der Onlineanteil bis 2020 um 109% mehr als verdoppeln und dann 30% des Gesamtumsatzes der Modeindustrie ausmachen. Dagegen wird die physische Verkaufsfläche in Deutschland in den kommenden acht Jahren um 16% von 28,5 Millionen Quadratmetern (2012) auf dann 24 Millionen Quadratmetern abnehmen.

Nach Ansicht der Studienautoren müssen große Modehandelsketten in Zukunft eine geringere Flächenproduktivität in Kauf nehmen, um über das Offline-Einkaufserlebnis auf den eigenen Ladenflächen die E-Commerce-Verkäufe anzukurbeln.

Da ist also nicht nur Crosschannel-Denke gefragt, sondern auch eine Neubewertung der Gewichtung der Verkaufskanäle. Ein Trend übrigens, den wir mit Verzögerung auch in anderen Branchen noch erleben werden. 

Als Beispiel für eine gelungene Integration der Verkaufskanäle hebt die Analyse die Burberry Group hervor: Die britische Luxusmarke steigerte ihre Flächenproduktivität gegen den Branchentrend seit 2008 um 11% und schaffte es trotzdem, in den eigenen Boutiquen ein besonderes Marken- und Kauferlebnis zu inszenieren. Auch bei der Online-Strategie setzen die Briten Maßstäbe. So stellt Burberry seiner Zielgruppe die neuen Kollektionen auch über Virtual Showrooms und in sozialen Netzwerken vor.