Es zahlt sich aus, in den Aufbau und den Inhalt des Internet-Auftritts zu investieren. Denn eine qualitativ hochwertige Website führt zu mehr Traffic.

Es zahlt sich aus, in den Aufbau und den Inhalt des Internet-Auftritts zu investieren. Denn eine qualitativ hochwertige Website führt zu mehr Traffic. Was eine Website erfolgreich macht, sind eine klare Navigation, ein schneller Seitenaufbau und der Verzicht auf aufwendige Features. Inhaltlich müssen aktuelle Produktberichte und alle notwendigen Informationen für eine Online- und eine Offline-Transaktion vorhanden sein. Reale Ansprechpartner für die unterschiedlichen Geschäftsbereiche und Kommunikationsplattformen für die Kunden ("community features") schaffen Vertrauen. Dies ist die Quintessenz einer aktuellen Studie der Boston Consulting Group, die auf auf einer detaillierten Analyse des Web-Auftritts der "Europe's 500" (E500) basiert. Dieses Ranking der bei Arbeitsplatzschaffung und Umsatzwachstum expansivsten europäischen Unternehmen wird jährlich von "Growth Plus" erstellt, einer Organisation, die sich der Förderung des Unternehmertums in Europa annimmt.

In Deutschland sind es 108 Firmen, die den Sprung in dieses Ranking geschafft haben. Von den deutschen E500-Unternehmen haben 91 eine Website, die einer Bewertung unterzogen wurde.

Nur 77 Prozent der Europe's 500 haben eine Website. Die Vorteile des Internets - beispielsweise Dialog-Angebote und Verkaufsmöglichkeiten - nutzt nur ein Drittel der Unternehmen. 67 % bieten reine Information, 23 % haben zusätzlich Kommunikationstools eingerichtet und nur 10 % verkaufen auch Produkte und Dienstleistungen übers Web.

"Wenn der Seitenaufbau ,Stunden' braucht oder der User Informationen auf Anhieb nicht finden kann, bricht er die Aktion ab, surft zur Website des Konkurrenten - und kehrt in vielen Fällen nicht mehr wieder", so Dr. Antonella Mei-Pochtler, Geschäftsführerin der Boston Consulting Group in München und Wien.

Unter den E500 sind nur 11 % "pure players", also Unternehmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen ausschließlich für oder über das Internet anbieten. "Dieser Prozentsatz zeigt sehr deutlich, dass die E500 ihr Wachstum nicht dem ,Internet-Boom' zu verdanken haben, sondern vorwiegend in der ,Old Economy' erfolgreich sind", so Dr. Antonella Mei-Pochtler.

Dienstleistungsunternehmen bemühen sich mehr.

Nach Sektoren aufgesplittet führen die Dienstleister, allen voran der Bereich IT & Internet, gefolgt von Engineering und Management, das Website Qualitäts-Ranking an.

Auf Platz vier im BCG-Branchen-Ranking der durchschnittlichen Webpage-Qualität rangieren die Hersteller von elektronischen Geräten. Diese Branche war eine der ersten, die sich das Internet für Online-Verkäufe zunutze machte. Die beste Durchschnittsbewertung bei den Transaktionen verzeichnen die Branchen Finanzdienstleister und Textilerzeuger.

"Der maximale Indexwert ist 100. Im Länder- und im Branchenranking beträgt der Durchschnittswert rund 30. In der Strukturierung der Website und der einfachen Bedienung haben die Unternehmen ihre Hausaufgaben bereits einigermaßen gut gemacht.

Größere Schwachstellen zeigt der Aufbau einer Web-Community und der direkte Support. Der Bereich der ,Transaktion' liegt noch komplett brach. Das hat auch damit zu tun, dass das Web hauptsächlich als Info-Medium genutzt wird."

Von "Schlafmützen" bis zu "Pionieren".

BCG untersuchte innerhalb der Branchen die Abweichungen vom Durchschnitt. Je nachdem wie hoch oder niedrig die Qualität der Webpages ist und wie groß die Qualitätsunterschiede innerhalb der Sektoren sind, teilt BCG die einzelnen Industriezweige einer von vier Gruppen zu:

Die Gruppe der "Schlafmützen" hat eine schlechte durchschnittliche Performance in der Web-Qualität und zeigt auch keine große Abweichung. Sie hat den Beginn des Internet-Booms verschlafen. Zu dieser Gruppe zählen z.B. die Metallindustrie, die Baubranche und die Nahrungsmittelhersteller.

In der Gruppe der "Pioniere" ist die durchschnittliche Website-Qualität gering, die Abweichungen sind aber hoch. Große Abstände zum Branchenbesten üben einen hohen Druck auf die Nachzügler der Branche aus. Zu den Pionieren gehören die Finanzdienstleister sowie Transport und Logistik-Unternehmen.

In der Gruppe der "Profis" finden sich die Branchen, deren Website-Qualität ohne Ausnahme überdurchschnittlich ist. Die Papier- und die Chemische Industrie sind in dieser Gruppe zu finden sowie überraschenderweise Unternehmen aus Land- und Forstwirtschaft sowie Bergbau.

Die Gruppe der "Trendsetter" zeichnet sich durch hohe Durchschnittsqualität und hohe Abweichungen innerhalb der Branchen aus. Das heißt, es gibt schon viele Betriebe, die am Datenhighway mit einem ausgezeichneten Online-Auftritt glänzen, allerdings sind auch einige "Ausreißer" vorhanden. In dieser Gruppe sind die Dienstleister der Bereiche IT & Internet, Personal, Engineering und Management enthalten. (DS)


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