etailment hat 6 Digital-Experten die Glaskugel in die Hand gedrückt. Welche Trends im Digital Commerce haben sie dort gesehen? Einige der üblichen verdächtigen Hypes und Buzzwords - natürlich - aber auch einige überraschend klassische Momente.

Marcus Tandler, Geschäftsführer OnPage.org

„Die Optimierung der Ladegeschwindigkeit der eigenen Webseite ist heutzutage eine der wichtigsten Aufgaben ambitionierter Webmaster. Bereits 2010 hat Google öffentlichkeitswirksam verkündet, dass die Seitengeschwindigkeit ein wichtiger Faktor für das Ranking einer Seite darstellt. Bei der Optimierung der Ladegeschwindigkeit geht es allerdings weniger um Google, als vielmehr um die Nutzer, die es leid sind, lange warten zu müssen, nachdem sie auf einen Link geklickt haben und oftmals die Seite vorzeitig wieder verlassen. Vor allem, da ein vergleichbares, vermeintlich schneller ladendes Ergebnis oftmals nur einen Klick entfernt ist. Amazon hat verraten, dass eine Verzögerung von 100ms beim Seitenaufbau 1 Prozent weniger Sales nach sich führt. Die konsequente Optimierung der Ladegeschwindigkeit sollte daher 2017 auf jeder To-Do-Liste stehen!“


Max Heimann, Direktor Konzernstrategie und -entwicklung (Otto Group)

„Auch 2017 wird die Customer Journey im digitalen Handel immer smarter: Angefangen beim Kundensupport, wo Chatbots gängige Aufgaben wie Bestellannahmen oder Verfügbarkeitsabfragen übernehmen, bis hin zum Forderungsmanagement, wo Kunden automatisiert per Messenger an ausstehende Zahlungen erinnert werden. Händler müssen spätestens jetzt darauf reagieren und Verbrauchern ein breites Portfolio an Kontaktpunkten zum Unternehmen bieten. Für den nachhaltigen Erfolg im Kampf um den Kunden ist deshalb ein tiefes Verständnis und permanentes Hinterfragen der Customer Journey unerlässlich.“

Carsten Rauh, Marcus Tandler, Felix van de Sand
Carsten Rauh, Marcus Tandler, Felix van de Sand

Timo Kohlberg, Product Marketing Manager bei Adobe Systems

„Künstlich intelligente Systeme und vor allem maschinelles Lernen werden zukünftig sehr komplexe Daten in Windeseile so aufbereiten, dass die Verantwortlichen die besten Entscheidungen treffen können. Das Marketing zielt damit direkt auf eine begeisternde Customer Experience ab – individuell abgestimmt auf die Bedürfnisse des Kunden, den Kontext und den Kanal. Die Nutzer sind laut aktuellem „The Future of Experience“-Report bereits an Bord: 52 Prozent wären schon heute dazu bereit, persönliche Daten von sich preis zu geben, wenn sie dafür hilfreiche, praktische und persönliche Erlebnisse geliefert bekämen.“

Oliver Lederle, Vorsitzender Geschäftsführer MYTOYS Group

„2017 wechselt das Mobile-Shopping auch in Deutschland endgültig auf die Überholspur! Apps für den Zugriff auf das gesamte Sortiment und responsive Online-Shops, die das Shopping komfortabel gestalten, werden dem M-Commerce noch stärker ihren Stempel aufdrücken. Kunden wollen nicht nur am heimischen Rechner einkaufen, sondern auch schnell und einfach von unterwegs. Für diese Anforderungen müssen alle Händler gerüstet sein, um dem Mobile-Shopper ein begeisterndes Kauferlebnis bieten zu können.“

Max Heimann, Timo Kohlberg, Oliver Lederle
Max Heimann, Timo Kohlberg, Oliver Lederle

Carsten Rauh, Director Search Advertising / Strategic Sales Germany bei Microsoft Deutschland

„Der Trend zur Sprachsuche wird auch 2017 nicht abbrechen. Bereits jede vierte Suchanfrage bei Bing ist eine gesprochene – Tendenz steigend. Retailer können sich diesen Trend zunutze machen, indem sie Absicht und Kontext einer Suche besser verstehen und Verhaltensweisen der Nutzer einschätzen können. Retailer sollten also ihre Inhalte so verfassen, dass sie wie gesprochene Sätze klingen, um die Wünsche ihrer Kunden möglichst treffend zu beantworten.“


Felix van de Sand, Geschäftsführer von Cobe

„Dank des Internet of Things sind die uns umgebenden Geräte zunehmend dazu in der Lage, mit uns zu interagieren. Im Sinne einer stringenten Brand Experience gilt es für Unternehmen darum ab sofort, auch diesen Touchpoint aktiv zu gestalten. Das heißt konkret: Im kommenden Jahr wird ein großes Augenmerk darauf liegen, Kühlschränken, Smart Home Systemen und vielen weiteren Geräten einen Charakter zu geben. Dazu gehört z.B. die Art der Interaktionen mit dem Verbraucher – in welcher Tonalität „spricht“ der Kühlschrank mit mir – sowie deren Zeitpunkt und genauer Inhalt. Nur mit einer solchen Herangehensweise kann man erreichen, dass das Erlebnis mit dem Gerät bzw. der Anwendung die Markenwerte widerspiegelt und auf sie einzahlt.“


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