Mit neuen Produkten, einer Fünf-Jahres-Garantie, mehr Händlern und einer neuen Abteilung für Gewerbekunden will der japanische Automobilhersteller Subaru wachsen.

Nach Land Rover erzielte Subaru 2012 die höchste Absatzsteigerung. Der Allradspezialist legte um 52,3 Prozent auf 9.457 Zulassungen zu – und verfehlte damit die ehrgeizige Jahresvorgabe von Geschäftsführer Volker Dannath ("10.000 Einheiten“) nur knapp.

Und wie bei den Briten der Range Rover Evoque, so schlug auch bei den Japanern, die 2011 natürlich besonders unter der Natur- und Atomkatastrophe von Fukushima litten, eine Neuheit gut ein. Auf 2.542 Verkäufe brachte es der vor knapp einem Jahr eingeführte XV. So profitierte auch der Nachzügler vom ungebrochenen Boom im Segment der kompakten Geländewagen. Einen Fahrbericht lesen Sie in der März-Ausgabe von Der Handel, die am 6. März erscheint.

Forester startet am 23. März ab 28.900 Euro

Jetzt versuchen die Japaner, ihr avisiertes Wachstum auf eine breitere Basis zu stellen – mit der eigentlich schon für das vergangene Jahr angekündigten Erneuerung des Kompaktwagens Impreza, und einem Facelift für den Legacy, der ab Mai erstmals bei Subaru die Kombination aus Diesel und Automatik bietet.

Vor allem aber mit dem neuen Forester, der ab 23. März zeitgleich mit dem Impreza zu Preisen ab 28.900 Euro für den 2,0-Liter-Benziner (110 kW/150 PS) den Reigen der Jahresneuheiten des Allradspezialisten eröffnet.

Wer Subaru in seine Flottenüberlegungen einbezieht, wird sich in erster Linie für den 2,0-Liter-Diesel mit 108 kW/147 PS interessieren, der ab 31.200 Euro in der Preisliste steht. Nachteil für Vielfahrer: Der Selbstzünder ist ausschließlich mit Sechs-Gang-Handschaltung zu haben.

Diesel mit Automatikgetriebe kommt "eventuell 2014“

Das neue, stufenlose Automatikgetriebe "Lineartronic“ (2.000 Euro) bleibt zumindest vorerst den beiden Ottomotoren vorbehalten. Nur zögerlich kündigt Volker Dannath die für Dienstwagennutzer praktisch unverzichtbare Kombination "eventuell für 2014“ an.

Angesichts von weltweit 707.000 Zulassungen in 2012 (Rekord für Subaru) werden die Wunschlisten aus der kleinen, deutschen Importeurszentrale im hessischen Friedberg beim Hersteller im fernen Japan mutmaßlich nicht immer mit höchster Priorität abgearbeitet.

Zwei Tonnen Anhängelast

Mit dem modernen, gefälligen Design, einem um 50 auf 505 Liter Fassungsvolumen gewachsenen Kofferraum, zwei Tonnen Anhängelast, einem Normverbrauch beim Diesel von 5,7 Litern und natürlich der traditionell hohen Geländetauglichkeit soll der Forester auch im laufenden Jahr wieder zum meistverkauften Modell der Marke (5.004 Zulassungen in 2012) werden.

Seine Kletterkünste stellte der seit seinem Debüt 1997 in vier Generationen vom geländegängigen Kombi zum echten SUV mutierte Wagen mit dem serienmäßigen Allradantrieb jetzt auf dem ADAC-Testgelände in Lüneburg unter Beweis. Schon verblüffend, wie die elektronischen Assistenten das Fahrzeug selbst in extremen Steil- und Seitenlagen noch manövrierfähig halten. Das wahre Potenzial dürften hierzulande die wenigsten Kunden ausschöpfen.

Garantie gegen Grauimporte

Ausnutzen werden die Käufer aber mit Sicherheit die neue Fünf-Jahres-Vollgarantie mit einer Gesamtlaufleistung bis 160.000 Kilometer inklusive europaweitem Mobilitätsschutz, die dem Beispiel der koreanischen Anbieter Hyundai und Kia folgt. Die Gewährleistung gilt seit Jahresbeginn explizit für alle in Deutschland gekauften Subaru-Modelle. "Wir wollen damit auch als Nischenanbieter ein Zeichen setzen und gleichzeitig Grauimporte aus anderen europäischen Ländern eindämmen“, erklärt Volker Dannath.

Zwar belaufe sich die Zahl der im Ausland erworbenen und hierzulande angemeldeten Fahrzeuge auf lediglich drei Prozent der Zulassungen, doch werden die Händler von den potenziellen Kunden immer wieder mit preisgünstigen Internetangeboten aus den Nachbarländer konfrontiert und sehen sich dadurch zu höheren Nachlässen genötigt.

Händlernetz wächst

Damit der "weltgrößte Allradhersteller“ endlich auch auf dem deutschen Markt entsprechend wahrgenommen wird, knüpft Volker Dannath seit seinem Amtsantritt vor rund zwei Jahren am Händlernetz. 15 neue Betriebe konnten 2012 gewonnen werden. Bis Ende des Jahres sollen dann auch die letzten offenen Punkte auf der Landkarte geschlossen werden.

Derzeit verfügt der zur Schweizer Emil-Frey-Gruppe gehörende Importeur über 440 Standorte, 192 sogenannte Neuwagenvertragspartner (davon 50 Prozent exklusiv) und 248 "Servicebetriebe mit Vermittlungsrecht“.

„Breitere Zielgruppen erschließen

Und noch eine Neuerung hat der Subaru-Chef auf den Weg gebracht: Zum Jahresbeginn nahm eine neue Abteilung ihre Arbeit auf, die das Flottengeschäft forcieren soll. Volker Dannath: "Subaru wird meist mit Förstern und älteren Menschen in Verbindung gebracht. Wir wollen breitere Zielgruppen erschließen.“

Bernd Nusser