Der schönste Onlineshop  nutzt nichts, wenn der Kunde die ­Produkte darin nicht findet: Die Suchmaschinen werden immer klüger.

Studien zeigen, dass etwa die Hälfte der Kunden von Onlineshops die Suchfunktion benutzt, um ein Produkt zu finden oder sich einen Überblick über das Angebot zu verschaffen. Hier kommen Suchmaschinen ins Spiel: Diese sollen aus den Produktdaten des Shops komfortabel und schnell relevante Ergebnisse liefern. Schließlich bedeuten nicht gefundene Produkte für den Händler Umsatzausfall.

Suchmaschinen gibt es jede Menge, von kommerziellen Anbietern wie Factfinder, Fredhopper, FAST, Endeca oder auch Open-Source-basiert wie Apache Solr. Gute Onlineshop-Software bietet entsprechende Schnittstellen, denn die Suche soll ohne großen Aufwand einsatzbereit und einfach konfigurierbar sein. Die folgenden Funktionen und Trends sind heute für die Suchfunktion in einem guten Internetshop wichtig.

Fehlertoleranz

Suchmaschinen benutzen meist eine eigene Datenhaltung, in der die Informationen durch Indizierung zügig gesucht und gefiltert werden können. Durch Methoden der phonetischen Analyse, Reduzierung auf den Wortstamm oder Tolerierung von Buchstabendrehern erkennt sie Ähnlichkeiten zwischen eingegebenen Begriffen und tatsächlich vorhandenen Daten. Damit sind für eine gute Suchmaschine Tippfehler oder verschiedene Schreibweisen kein Problem.

Geführte Suche

Allgemeine Suchbegriffe führen oft zu sehr großen Treffermengen. Die geführte Suche bietet weitere Einschränkungsmöglichkeiten, etwa nach Marke, Preis oder Kategorie. Weitere Filter können zum Beispiel Bilddiagonale und Auflösung beim Fernseher sein. Die Sortierung der Ergebnisse - vor allem nach dem Preis - ist heute ein Muss.

Suchvorschläge

Sehr populär sind inzwischen Suchvorschläge, die bereits bei der Eingabe automatisch angezeigt werden. So erfährt der Kunde schon bei Eingabe weniger Zeichen, welche Produkte oder Kategorien verfügbar sind.

Auswertung

Auswertungen zeigen, was Kunden überhaupt in einem Onlineshop suchen und ob sie hilfreiche Ergebnisse finden. Wenn eigentlich relevante Suchbegriffe keine oder auch viel zu viele Treffer ­liefern, kann man eine gute Suchmaschine entsprechend umkon­figurieren.

Konfiguration

Eine Suchmaschine muss Synonyme wie „Notebook" oder „Laptop" einander zuordnen und richtig verarbeiten können, aber auch irrelevante Begriffe ignorieren. Die Gewichtung der Suchergebnisse hilft, die Suchtreffer in ihrer Qualität zu bewerten. So lässt sich ausdrücken, welches Produkt besser zum Suchbegriff passt. Auch bestimmte Produkteigenschaften oder Verkaufszahlen lassen sich im Suchergebnis berücksichtigen.

Marketingfunktionen

Suchmaschinen bieten zusätzliche Funktionen, um Produkte besser zu vermarkten. So können bei bestimmten Suchbegriffen passende Aktionsprodukte angezeigt werden. Und falls einmal gar nichts gefunden wird, erfährt der Kunde alternative Suchbegriffe oder bekommt andere interessante Produkte gezeigt.

Zukunft semantisches Web

Im semantischen Web sollen Informationen in ihrer Bedeutung für Computer verwertbar werden. Durch spezielle Sprachen können die Bedeutungen von Informationen und ihre Beziehungen untereinander im World Wide Web beschrieben werden. Websuchmaschinen würden durch diese Metainformationen erweiterte Funktionen bieten.

Autor: Steffen Moldenhauer - Senior Software Emgineer, Intershop Communications AG

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 6/2009 von Der Handel erschienen.