Lebensmittelhändler gewinnen leicht, Discounter verlieren. Nur die Drogeriemärkte freuen sich über ein dickes Umsatzplus: Das Jahr 2009 lief durchwachsen für den Einzelhandel, zeigen die neuen Nielsen-Zahlen.

Der Lebensmitteleinzelhandel konnte 2009 die Umsätze nur leicht um 0,3 Prozent zum Vorjahr steigern und lag somit deutlich unter dem Ergebnis des Vorjahres, in dem das Plus 3,4 Prozent betrug.

Die moderate Entwicklung ist zum größten Teil durch die Preisrückgänge im Jahr 2009 nach den rohstoffbedingten Preissteigerungen 2008 zu erklären, so das Fazit der dieser Tage erschienenen Studie "Nielsen-Universen 2010". Dies habe bei einigen Warenklassen wie etwa der weißen Linie, wie die Molkereiprodukte bei Nielsen heißen, für Umsatzrückgänge gesorgt.

Demnach entwickelten sich die Discounter im Gegensatz zu den Vorjahren zum ersten Mal nicht positiv – und das, obwohl die Zahl der Filialen den Nielsen-Zahlen zufolge um 2,4 Prozent gestiegen ist. Zudem seien auch die Ausgaben pro Haushalt sowie die Bedarfsdeckung 2009 leicht gesunken. "Es bleibt abzuwarten, wie sich die Discounter zukünftig im Markt positionieren werden", heißt es in der Pressemitteilung des Beratungsunternehmens.

Drogeriemärkte legen zu

Positiv war demnach die Entwicklung der Drogeriemärkte, die ihren Umsatz um 3,1 Prozent steigern konnten und damit besser abschnitten als im Vorjahr (plus 2,1 Prozent). Auch die Verbrauchermärkte konnten sich statistisch gesehen über einen Umsatzzuwachs von 1,8 Prozent freuen. Allerdings stieg parallel die Anzahl an Verkaufsstellen um 4,2 Prozent, so dass die Märkte letztlich flächenbereinigt Umsatz verloren.

Die Supermärkte liegen den Nielsen-Zahlen zufolge 2009 beim Umsatz um 2,8 Prozent unter dem Vorjahreswert, die Filialanzahl verringerte sich um 5,4 Prozent. Der "Abschmelzungsprozess", der sich seit einigen Jahren beobachten lasse – in den vergangenen 4 Jahren ging die Zahl der Geschäfte um fast 20 Prozent zurück – habe sich also auch 2009 fortgesetzt.