Die Nonfood-Krise hinterlässt ihre Spuren: Die Händler schaffen mehr Platz für Frische und Convenience.

Supermärkte und SB-Warenhäuser haben ihr Angebot an Nonfood drastisch verkleinert. Statt Bohrmaschinen, Autopolitur und Flachbildschirmen konzentrieren sich die großen Supermärkte und SB-Warenhäuser wieder auf Ihre Kernkompetenzen, zeigt die neue Sortimentsbreitenerhebung des EHI Retail Institute.
Mit immer mehr frischen Lebensmitteln und vielen Convenience-Podukten sollen offenbar die Herzen der Kunden zurück gewonnen werden: In den vergangenen acht Jahren wurde die Zahl der Nonfood Artikel in großen Supermärkten um 38 Prozent reduziert. Die SB-Warenhäuser führen heute 15 Prozent weniger Nonfood als im Vergleichsjahr 2000.

Deutlicher Rückgang der Nonfood-Artikel

Ein Supermarkt mit einer durchschnittlichen Verkaufsfläche von 3.000 Quadratmeter hat ein Sortiment von rund 25.000 Artikeln. Das SB-Warenhaus mit 7.000 Quadratmetern Verkaufsfläche hält für seine Kunden rund 50.000 Artikel bereit.
Während in beiden Betriebsformen die Gesamtanzahl der Artikel seit dem Jahr 2000 konstant geblieben ist, gab es deutliche Unterschiede innerhalb der einzelnen Warengruppen. Beide Betriebsformen haben ihre Nonfood II-Abteilung, zu der unter anderem Textilien, Schuhe, Elektronik und Presseerzeugnisse gehören, zugunsten des Frische- und Convenience-Sortiments abgebaut.

Besonders die großflächigen Lebensmitteleinzelhändler bekamen in den vergangenen Jahren die Konkurrenz der Fachmärkte wie Elektrofachmärkte, Baumärkte, Blumenfachmärkte zu spüren. In der Konsequenz mussten sie ihr Nonfood II-Sortiments deutlich zurück fahren. Mehr als 4.000 Artikel wie Elektronik, Schuhe haben große Supermärkte und SB-Warenhäuser jeweils aus ihren Geschäften verbannt.
In einigen großen Supermärkten wurde die Nonfood II-Abteilung im Wesentlichen auf Haushaltswaren sowie Zeitungen und Zeitschriften reduziert.

Deutlicher Zuwachs an frischen Fertigprodukten

SB-Warenhaus- und Supermarktbetreiber besinnen sich der Studie zufolge zunehmend auf ihr Kerngeschäft Food: Sie stockten ihr Frischesortiment um rund 50 Prozent auf. In der gesamten Warengruppe Food verzeichneten die großen Supermärkte einen Zuwachs von 37 Prozent und die SB-Warenhäuser von 23 Prozent.

Die Händler reagieren mit ihrem stark erweiterten Frische- und Convenience-Angebot auf das knappere Zeitbudget, das der deutsche Verbraucher für das Zubereiten von Mahlzeiten aufwendet. Daher hat sich das Frische- und Convenience-Angebot in dem Vergleichzeitraum zwischen 2000 und 2008 nahezu vervierfacht. Große Supermärkte führen im Schnitt knapp 340 Frische-Convenienceprodukte, SB-Warenhäuser mehr als 400.