Das Rennen um frühere Schlecker-Kunden hat den Preiskampf der Drogeriemarktketten nach Einschätzung von Experten noch verschärft. Der LEH rüstet auf.

Nach der Schlecker-Pleite stehen die verbliebenen Drogerieartikelanbieter in einem noch stärkeren Preiswettbewerb, sagt Tim Brzoska, Handelsexperte bei der Strategieberatung Simon-Kucher & Partners aus Bonn.

Inzwischen hätten einige Supermärkte und Discounter ihre Drogerie-Sortimente ausgebaut. Das beobachtet auch Denise Klug, Analystin beim Marktforschungsunternehmen Planet Retail. Vor allem Netto habe im Drogeriemarktsegment in den letzten Monaten angegriffen - "woraufhin Lidl sehr aggressiv konterte." Netto hat seit Anfang März mehr als 1.000 Drogerieartikel gelistet.

Preiseinstiegsmarken unter Druck

Im Einzelhandel braucht man möglichst viel Umsatz pro Fläche, sagte kürzlich Rossmann-Chef Dirk Roßmann. Aber auch eigene Marken sind ein Hebel bei den Drogeriemarktketten. Nicht immer aber hätten Eigenmarken eine bessere Marge als Herstellermarken, wissen Branchenexperten. "Gerade im Preiseinstieg stehen die Margen der Eigenmarkenartikel auch stark unter Druck", heißt es.

Rossmann experimentiert seit kurzem auch mit Lebensmittelsortimenten in seinen "Express"-Bahnhofsmärkten, die aus den von Schlecker gekauften Ihr-Platz-Filialen hervorgingen.

Auch mit Online-Vertriebskanälen wird geliebäugelt. dm Drogeriemarkt lässt mit über Amazon verschicken, Rossmann hat einen eigenen Internet-Shop, der laut Firmenchef Roßmann aber nur auf eine schwarze Null kommt, sprich, faktisch keinen Gewinn erzielt.

dpa